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..:: Liedtext zu "Not while I´m around" ::..
 
Ein Weltstar kommt nach Hause


Mörz, 12. Juli 2003, gegen 19 Uhr. Autokolonnen treffen in der 170-Seelen Geeinde Münstermaifeld/Mörz ein. Einheimische und Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland haben nur ein Ziel: Sie wollen das Gala-Programm zum 100-jährigen Geburtstag der Mörzer St. Sebastianus Schützenbruderschaft sehen.

Als musikalische Gäste waren Lou mit ihrer Band und als Highlight des Abends Thomas Anders angekündigt. Nun drängt sich einem natürlich sofort die folgende Frage auf: "Wie kommt ein Dörfchen wie Mörz zu einem Weltstar wie Thomas Anders, den man normalerweise garantiert nicht bei Dorffesten im Festzelt, sondern ausschließlich auf den Bühnen großer Städte und in angesagten, großen Fernsehshows antrifft? Die Antwort ist simpel und einfach: Thomas ist gebürtiger „Mörzer“ und hat in dem idyllischen Dörfchen bei Koblenz seine Kindheit und Jugend verbracht. Hier sind seine Wurzeln und hier wohnt noch immer seine Familie. Wer sich schon einmal näher mit dem Menschen Thomas Anders beschäftigt hat, weiß ganz einfach, wie sehr er an seiner Heimat hängt. Was lag also näher, als "seinen Mörzern" ein ganz besonderes Geschenk zu diesem großen Jubiläum zu machen: Einen Galaauftritt, mit einem Programm, ganz speziell auf diesen Abend zugeschnitten!!!

Auch wir hatten schon rechtzeitig beschlossen, uns dieses besondere Ereignis auf keinen Fall entgehen zu lassen. Nach einem sonnigen Tag im schönen Koblenz, machten wir uns also abends auf den Weg nach Mörz. Was wir dort vorfanden überraschte uns total positiv. Ohne Hektik wurden die Autos auf, extra dafür vorbereitete, Parkplätze geleitet. Gästen, die im Rollstuhl saßen, wurden Parkmöglichkeiten in der Nähe des Eingangs zugewiesen oder sie konnten direkt dort aussteigen. Hier wurde ohne große Diskussion auch auf die Menschen Rücksicht genommen, die nicht ganz ohne fremde Hilfe auskommen.


Im Festzelt hieß es dann eng zusammenrücken, denn bei der großen Nachfrage mussten Tische und Bänke Platz sparend aufgestellt werden. Wir suchten unsere Plätze auf und beschlossen, den Abend mit einem Gläschen Sekt einzuläuten. Beim Blick über die anderen Tisch stellten wir fest, dass sich viele Fans eingefunden hatten, die wir von Konzerten, aus dem Internet oder den FC Partys kannten. Alle waren gekommen, um Thomas an diesem besonderen Abend einmal ganz anders zu erleben, als wir es in den letzten Jahren gewohnt waren.

Das Programm begann mit den üblichen Reden und Gratulationen zu so einem wichtigen Jubiläum. Wir empfanden es als sehr angenehm, dass daraus kein Marathon wurde, denn zwischen den einzelnen Rednern trat Lou mit ihrer Band auf und sorgte für richtig gute Stimmung. Wir haben sie an diesem Abend das erste mal live erlebt und waren angenehm überrascht.

Kurz bevor Thomas’ Auftritt begann, brachten wir unsere beiden „Rollifahrer“ (Mausi und Claudia) gemäß Absprache mit der Festleitung direkt vor die Bühne, von wo aus sie einen tollen Blick hatten (vielleicht sollten sich einige große Konzertveranstalter mal in Mörz beraten lassen?!)

Gegen 22.30 Uhr war es dann endlich soweit. Thomas wurde mit den folgenden Worten angekündigt: "Er ist kein Superstar, sondern ein Weltstar, der heute nach Hause kommt!!“ Zu diesem Zeitpunkt konnte man von den Leuten wahrlich nicht mehr verlangen, dass sie still auf ihren Plätzen sitzen blieben. Viele sprangen auf und schon sah es vor der Bühne aus, wie bei einem großen MT Konzert - mit dem einzigen Unterschied, dass es hier weder Security noch Sicherheitsgitter vor der Bühne gab.

Thomas begrüßte "seine Mörzer" und die Gäste. Er gestand, dass er ein wenig nervös war, denn schließlich kannte er die meisten im Publikum. Er meinte, seine Eltern hätten wohl die nächsten Wochen nicht viel zu lachen, wenn er hier jetzt "Mist" bauen würde. Dann erzählte er einige „Anekdötchen“ aus seiner Jugendzeit in Mörz und entschuldigte sich nachträglich bei seinen ehemaligen Nachbarn für die Lärmbelästigung, denn er hatte früher schon mal 3 Stunden täglich immer das gleiche Lied geprobt. Und dies auch im Hochsommer, wenn alle Fenster und Türen weit offen standen. So hatte er die Lacher auf seiner Seite, als die Takte zum ersten Song erklangen. Er begann seinen Galaauftritt mit dem Titel "Als hätt’ ich nie Goodbye gesagt". Dieser Song ist vielleicht einigen in der englischen Version als „As If We Never Said Goodbye” aus dem Musical „Sunset Boulevard“ bekannt. Mit seiner deutschen Version zog Thomas alle Anwesenden in seinen Bann, denn jeder konnte bei seiner Interpretation mitfühlen, wie sehr er an seiner Heimat hängt und seine Wurzeln hier verwachsen sind.

Er berichtete uns, dass er lange darüber nachgedacht hätte, wie er das Programm für den heutigen Abend gestalten sollte. Er erzählte kurz über die Anfänge seiner Karriere und sang dazu passend kurz die Titel "Judy" und "Ich will nicht dein Leben" an. Es klang total schön, seine über 20 Jahre alten Song mit seiner Stimme von heute zu hören. Er meinte allerdings, dass er diese Titel heute nicht mehr singen könne, weil es einfach nicht mehr passt. Schon der Text von „Judy“, die ja bekanntermaßen mit 16 Jahren weiß was sie tut, wenn sie ihn küsst und den Abend mit ihm verbringt, würde ihn heute, mit 40 Jahren, in die Nähe der Staatsanwaltschaft bringen.

Als nächstes performte er den Song „When will I see you again“ – die Leute waren total mitgerissen und spendeten ihm und seiner Live-Band tosenden Applaus. Die Band, die aus Gitarre, Bass, Keyboards, Drums und Percussions bestand, war extra für diesen Abend zusammengestellt worden und machte ihre Sache großartig.

Dann kam mit "You`re my heart you’re my soul" der erste Modern Talking Song, der das Leben von Thomas gleich zweimal verändert hatte. Ganz schnell merkten wir, dass dieser und auch die dann noch folgenden MT-Songs irgendwie anders klangen. Für seine treuen Fans hatte Thomas diese Songs passend zu seinem vorgetragenen Programm von Christian Geller in neuen Versionen produzieren lassen. Altvertraute Klänge in einem neuen Gewand – es war einfach fantastisch!!

Mittlerweile tobte die Menge und sang lauthals mit. Wir dachten, dass es eigentlich nicht mehr besser werden könnte. Da hatten wir allerdings unsere Rechnung ohne Thomas und sein Team gemacht. Es war, als wollte er an diesem Abend allen seine unglaubliche Vielseitigkeit und seinen hohen Anspruch an sich selbst beweisen. Um seine Gefühle über die Geburt seines Sohnes Alexander Mick auszudrücken, sang er den Song "Not while I'm around" aus dem Broadway Musical „Sweeney Todd“. Es herrschte absolute Stille und wir beobachteten fasziniert, mit welcher Gestik Thomas diesen Titel vortrug. Er wuchs über sich selbst hinaus und sicher gab es einige Gäste im Publikum, die bei diesem Song einen dicken Kloß im Hals hatten. Am Ende dieses Titel folgte ein nicht endend wollender Beifall.

Nach so viel Besinnlichkeit musste Thomas natürlich erst einmal wieder "Feuer" in die Massen bringen. Er brachte ein echt "heißes" Medley mit Songs, die stellvertretend für die Länder standen, in denen er schon aufgetreten war. Mit "Je ne regret rien" ging es nach Frankreich, was von den anwesenden französischen Gästen natürlich mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. "New York, New York" stand für die USA, wo Thomas vor kurzer Zeit 2 Konzerte gegeben hatte und danach reiste er mit uns an die "Copa Cabana", wo er schon vor Jahren seine Fans in Massen begeistert hatte. Diese Ohrwürmer, die wohl fast jeder mitsingen konnte, gepaart mit seinen Tanzeinlagen brachte die Stimmung fast zum überkochen. Ein Blick nach hinten zeigte uns, das etliche Leute mittlerweile auf Tischen und Bänken tanzten ;-)!

Als nächster Titel folgte dann der MT-Song "China in her Eyes", bei dem Thomas gerade von den eingefleischten Fans lauthals unterstützt wurde. Mit dem Beatles-Klassiker "Hey Jude" verabschiedete sich Thomas nach ca. 45 Minuten von seinem Publikum.

Natürlich war nach so einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm niemand gewillt, Thomas einfach so gehen zu lassen. Die „Zugabe-Rufe“ verhallten erst, als ein paar hochrangige Schützen des Vereins zusammen mit Thomas wieder die Bühne betraten. Sie bedankten sich in aller Form für diesen fantastischen Auftritt und verliehen Thomas die Ehrenmitgliedschaft. Er war sichtlich gerührt, als er die Ehrenurkunde in Empfang nahm. Außerdem lud man ihn ein, auch zum 125. Jubiläum einen solchen Galaabend zu gestalten. Thomas nahm die Einladung dankend an und meinte, er werde bestimmt kommen, sollte er bis dahin nicht im Rollstuhl sitzen.

Als Zugabe gab es dann noch "Cheri Cheri Lady" und ein Reprise von "Hey Jude". Mit den letzten Takten verließ Thomas nun endgültig die Bühne und ging mitten durch die klatschende Menge in Richtung Ausgang. Dieser Abgang wirkte wie ein Triumphzug!!

Wir blieben noch bis ca. 1 Uhr, denn wir fühlten uns hier wirklich wohl. Als wir dann nach draußen kamen und in Richtung Auto gehen wollten, gab es noch eine sehr positive Überraschung. Die kleine Gemeinde hatte es nicht nur geschafft, für den Ansturm der Gäste ausreichend Parkplätze zu schaffen, sondern es wurde mit Lichterketten und Scheinwerfern auch für Licht und Orientierung auf den ansonsten unbeleuchteten Feldern gesorgt.

An dieser Stelle möchten wir den Organisatoren und allen Helfern in Mörz ein dickes Lob aussprechen. Es war beeindruckend zu sehen, was so ein kleines Dorf auf die Beine stellen kann. Besonderes Herrn Oliver Steuer möchten wir hier erwähnen, der uns bei allen Anfragen und Extrawünschen unkompliziert unterstützt hat.

Unser riesiges Dankeschön geht an Thomas, seine Band, an Christian Geller, an Claudia, an Guido Karp und alle anderen im Team um Thomas herum. Ihr habt perfekte Arbeit geleistet und diesen Abend für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Sehr müde, aber total Happy und zufrieden kamen wir gegen 1.30 Uhr im Hotel an, wo wir vor dem Schlafen noch einmal alle Eindrücke dieses Abends Revue passieren ließen. Mit der Hoffnung auf eine baldige Wiederholung schliefen wir dann ein.

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