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                                      Claudia Weidung-Anders im Interview 

 

Wir haben mit Claudia über die Entstehung des Buches, ihre Beweggründe es zu schreiben, aber auch über ihre Schwangerschaft und ihr Leben an der Seite von Thomas, gesprochen.

                      

Webteam: Was gab den entscheidenden Ausschlag, dieses Buch zu schreiben? 

Claudia: Die Schwangerschaftsmonate mit Alexander habe ich sehr genossen. Je runder ich wurde, desto schöner fühlte ich mich. Auch die Geburt haben wir beide in Anwesenheit von Papi Thomas gut überstanden, waren super glücklich, sogar euphorisch. 
Dann stellte ich fest, dass die meisten Bücher beim Zeitpunkt der Geburt aufhörten und dann wieder fachspezifisch zu Themen wie „Richtigem Stillen“, „Schlafen lernen“, „Babys Krankheiten“, etc. anfingen. Hier kamen mir die entscheidenden (und letztlich zum eigenen Buch führenden) Fragen: - Wo um Himmels Willen sollte ich all die Zeit und vor allem die Muße nehmen, diese Bücher alle durchzulesen? - Wo war das Buch, dass mich auf das erste Jahr mit Baby vorbereitet? Vor allem eines, das im Bedarfsfall die jeweiligen Bedürfnisse des Babys und die der Eltern abdeckt?!
 

Webteam: Es gibt bereits jede Menge an guten und weniger guten Ratgebern. Wie ist dein Buch entstanden? Hast du dir von anderen Ratgebern Anregungen geholt oder war die jetzige Form von Anfang an deine innere Vorstellung? 

Claudia: Es gab lediglich ein Buch, das ich an dieser Stelle allen werdenden Eltern empfehlen möchte: „Oje, ich wachse“: von Hetty van de Rijt, Regine Brams und Frans X. Plooij von Goldmann. Neben den wichtigen und gut beschriebenen Entwicklungsphasen des Babys, werden hier Eltern während der einzelnen „Schübe“ ihres Baby zitiert. Offen beschreiben Eltern ihre Gefühle über Freude, aber auch über Kraft- und Ratlosigkeit. Das fand ich echt mutig. Es hat mir sehr geholfen, weil ich darin las, dass es anderen Müttern und Vätern ähnlich in den einzelnen Phasen erging, und mich damit sicherer gemacht hat. Vor allem hat es mich auch zu meinem offenen und ehrlichen Schreibstil in meinem Buch inspiriert. 

Webteam: Wie lange hat es gedauert, bis aus der Idee, ein Buch zu schreiben, der erste Satz, das erste Kapitel entstanden ist und wie lange hast du insgesamt an dem Buch gearbeitet? Wie oft hast du dir in dieser Zeit gedacht, ich lasse es lieber bleiben? 

Claudia: Die Idee hatte ich bereits im ersten Babyjahr, und: „lassen“ wollte ich es NIE! Daran geschrieben habe ich dann (meist nachts) ca. eineinhalb Jahre. Das Buch beinhaltet ja nicht nur eigene Erfahrungswerte mit Alexander, ich hatte ebenso zur jeweiligen Thematik bei anderen Kindsmüttern und Fachbüchern recherchiert. Erst schrieb ich ein Inhaltsverzeichnis auf - ein Art „Grundskelett“, dem ich anschließend kapitelweise inhaltlich folgte. Textlich ergänzt, verändert und verbessert habe ich bis zum Schluss des Abgabetermins, Ende Februar 2007. Die Grundidee hatte ich im Jahr 2003 zusammen mit einer Freundin. Wir nahmen uns fest vor, die wichtigsten Dinge für unsere (damals) schwangeren Freundinnen schriftlich festzuhalten und daraus eine wirklich „gute Fibel“ zu machen. Dann aber bekam sie ihr zweites Kind und ich hatte das Projekt quasi alleine „an der Backe“. Ich hätte es ebenso lassen können, denn ich hatte durch die vielen Reisen mit Thomas, meiner Bürotätigkeit und unserem unregelmäßigen Leben wirklich genug zu tun. Dennoch war es mir irgendwie ein Bedürfnis ein solches, in meinen Augen hilfreiches „Werk für Neu-Mamis“ zu schreiben und so schlug ich mir die Nächte eben vor dem Laptop um die Ohren...! 

Webteam: Hast du deine Passagen alle selber geschrieben oder es jemandem erzählt und dann schreiben lassen? 

Claudia: Ich bekam vom Verlag einen Lektor gestellt, der alles im Anschluss noch einmal durchgelesen und korrigiert hat, aber geschrieben habe ich alles selbst. Medizinisch beleuchtet und ergänzt wurde mein Buch dann noch einmal von der Kinderärztin  Dr. med. Gunhild Kilian-Kornell. Die professionelle Unterstützung durch eine Ärztin war mir sehr wichtig, denn sie untermauert meines Erachtens noch einmal die Kompetenz des Buches.

Webteam: Wie haben deine Familie und deine Freunde auf dein Vorhaben reagiert? 

Claudia: Eigentlich reagierten alle erst einmal sehr positiv auf meine Buchidee, haben aber auch ehrlicherweise abgewartet, ob ich wirklich die Zeit dazu habe. 

Webteam: Du gibst in dem Buch sehr persönliche Gefühle und Erlebnisse Preis. Was möchtest du mit dieser Offenheit erreichen? 

Claudia: Ich glaube, dass es nur wenige Neu-Eltern gibt, die ehrlich sind. Nach außen hin haben sie alles gleich „im Griff“. Das Einzige was ehrlich zugestanden wird (weil äußerlich unübersehbar !!!), ist der Schlafmangel. Man repräsentiert die glückliche Familie, so will es die Gesellschaft. Vielleicht gibt es einige wenige Freundinnen und die Mutter, die offene Gespräche zulassen. Aber wenn diese nicht in nächster Nähe sind, oder viel schlimmer, wenn es gar keine Vertrauensperson im Umfeld gibt, was dann?! Meine Offenheit in dem Buch soll immer wieder Mut machen und die Mutter in ihrer Fähigkeit und Intuition bestätigen. Denn es geht allen Müttern in der chaotischen ersten Zeit der Umstellung gleich. Es braucht einfach Geduld und Zeit, aus einer glücklichen Zweierbeziehung, eine glückliche Dreierbeziehung zu machen! 

Webteam: Sicher hat Thomas das Buch schon gelesen. Wie steht er zu deiner Offenheit und unterstützt er dich in deinem Vorhaben, so wie du ihn schon seit Jahren bei seiner Karriere unterstützt? 

Claudia: Thomas ist klasse. Er unterstützt mich in meinem Projekt total. Ich war auch gespannt. Im Privaten war er immer für mich da, aber wie reagiert er beruflich?! Auch da hat er mich nicht enttäuscht: er macht alles und jeden mobil, nutzt eigene Presse-Kontakte für meine Buch-Promotion, betreut Alexander, wenn ich etwas erledigen muss. Einfach super, wir ziehen an einem Strang!!! Ich glaube, er respektiert was ich mache und findet es toll, wenn die Frau an seiner Seite neben seinen, auch eigene Interessen verfolgt. 

Webteam: Wie reagierst du auf so genannte „Übermütter“ die meinen alles bestens im Griff zu haben und milde lächeln, wenn man als Mutter auch einmal über Sorgen und Probleme spricht? 

Claudia: Ich habe gleich zu Anfang in meinem Buch erwähnt, dass ich dieses Buch nicht für die sogenannten „Übermütter“ schreibe. Diese würden wahrscheinlich ohnehin nicht den Weg in die Buchhandlung suchen, um sich einen Ratgeber anzuschaffen, weil sie selbst schon alles wissen. Ich finde es toll, wenn man(n)/ frau „das“ hat und die Kinder ganz easy groß werden. Aber mal ehrlich, wie viele solcher Übermütter gibt es? Wir alle wollen doch, gerade weil wir moderne vielseitige Frauen sind, alles richtig machen, jedoch fehlt uns beim ersten Baby jegliche Erfahrung. Wir haben in unserer Gesellschaft verlernt auf „unseren Bauch“, unsere Intuition zu hören, wir sind vielmehr medial manipuliert und gesteuert von unseren Terminkalendern und To do-Listen. Mit der Geburt des Babys ändert sich das schlagartig. Nicht mehr wir bestimmen den Tagesablauf, sondern das Kind. Auf diesen natürlichen Rhythmus gilt es nun sich um- und einzustellen und das Wichtigste: dabei glücklich zu sein! 

Webteam: Das Buch hast du deinem kleinen Liebling Alexander gewidmet. Jedes Alter hat seine Höhen und Tiefen. Denkst du an eine Fortführung des Buches? 

Claudia: Geplant ist da nichts. Mein Traum wäre momentan eher ein „Gute-Nacht-Geschichten“-Buch mit einer Schlummer-CD. Vielleicht wäre das ein schönes gemeinsames Projekt für Thomas und mich...! 

 

 

 

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