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                        Mein großes Glück mit Kind und Karriere 

             

 

Claudia Anders, Frau des Popstars Thomas Anders, redet zum ersten Mal offen über ihre Depressionen nach der Geburt ihres Sohnes  

Es gibt Momente, da wünscht sich Alexander Mick, 4, einen kleinen Bruder. „Damit er jemanden zum Fußballspielen hat“, erzählt seine Mutter Claudia Weidung-Anders, 34. Sie lacht: „Geht es aber um seine Spielsachen, möchte unser Männlein doch lieber ein Einzelkind bleibe und wünscht sich stattdessen ein Haustier.“ Als BUNTE die Familie des Sängers und Entertainer Thomas Anders, 44, in ihrem Haus auf Ibiza besucht, verhandelt Alexander mit seine Vater beim Essen über zwei Schildkröten und einen Hund.  

„Es gibt Phasen, da wünschen wir uns ein zweites Kind. Es ist nicht ausgeschlossen. Vielleicht in ein, zwei Jahren“
, sagt Claudia Anders. „Aber momentan genieß ich die Zeit mit Alexander sehr. Er ist aus dem Gröbsten raus, ist selbständig. Wir sind sehr glücklich in unserer Dreierbeziehung. Mit einem Baby ginge der ganze Stress wieder von vorn los. Vor allem das erste Jahr mit Kind war extrem anstrengend.“ Sie schmunzelt: „Würde mir jemand die schlaflosen Nächte abnehmen, hätten wir sicher mehrere Kinder.“  

Zu diesem Thema hat die attraktive Blondine ein Buch geschrieben: „Mein Kind im ersten Jahr. Damit Baby und Mama glücklich und gesund bleiben“ (Südwest Verlag, 14,95 Euro, ab 23. April im Handel). Der liebevoll gestaltete Ratgeber ist eine Art Gebrauchsanleitung für Erstgebärende mit vielen praktische Tipps, Antworten auf sämtliche Fragen rund ums Baby und eigenen Erfahrungen, die Claudia Weidung-Anders als „unwissende Neu-Mutter“ gemacht hat.  


„Ich war am Anfang verunsichert und stellenweise überfordert“
, gesteht sie. „Natürlich gibt es Hunderte Bücher zum Thema Schwangerschaft. Aber die meisten enden mit der Geburt. Oder es gibt zu jedem Bereich wie Stillen, Schlafen, Krankheiten, Baby-Wellness einen eigenen Ratgeber. Aber welche Mutter hat schon die Zeit, all diese Bücher zu lesen? Ich hatte sie jedenfalls nicht. Ich hätte mir ein Nachschlagewerk gewünscht, dass meine Fragen kurz und hilfreich beantwortet.“  

Ihr Buch habe sie nicht für „Übermütter, denen alles leicht von der Hand geht“ geschrieben, sondern für „die heutige, moderne Frau, die bisher berufstätig und daran gewöhnt war, ihre Erfolge im Job zu sammeln.“ Claudia Anders, die jahrelang als erfolgreiche Geschäftsleitungsassistentin in einer Baufirma gearbeitet hat, weiß, wie es ist, „plötzlich nur noch Mutter“ zu sein. Sie lächelt:
„Obwohl das Baby frisch gewaschen, gewickelt und gefüttert wurde, schreit es. Wo bleibt da das Erfolgserlebnis?“  

Immer wieder habe sie nach Alexanders Geburt den Wunsch verspürt, mit anderen Eltern „ehrlich“ über ihre Gefühle und Ängste zu sprechen. „Aber alle schienen das Glück gepachtet zu haben. Ich habe mich ständig gefragt, ob ich denn die Einzige bin, die unter Schlafmangel und blank liegenden Nerven leidet. Erst rückblickend erzählen mir Freundinnen, dass es ihnen am Anfang genauso ging. In unserer Gesellschaft ist es offenbar ein Tabuthema, über anfängliche Probleme als neue Familie zu sprechen“, gesteht sie.    

- Mein Mann war sehr verständnisvoll -

In Ihrem Buch geben Sie zu, monatelang unter postnatalen Depressionen, salopp Babyblues genannt, gelitten zu haben.

Ja. Ich finde es wichtig, dieses Thema anzusprechen, weil laut Statistik jede dritte Mutter darunter leidet. Obwohl man glücklich mit seinem Wunschbaby ist, ist es ganz normal, dass auch Gefühle wie Panik oder Erschöpfung aufkommen. Man sollte sie auf keinen Fall unterdrücken oder verschweigen! Die amerikanische Schauspielerin Brooke Shields war die Erste, die darüber ein Buch geschrieben hat.  

Und dafür öffentlich angefeindet wurde. Vor allem von ihrem Kollegen Tom Cruise…

Unfassbar! Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass auch Katie Holmes, die Ehefrau von Tom Cruise, an Babyblues litt. Sie war blass, hatte Herpes an der Lippe. Man sah ihr an, dass sie sich in ihrem Körper nicht wohl fühlte. Als Cruise sich dann plötzlich öffentlich bei Brooke Shields entschuldigt hat, war mir klar, dass er an der eigenen Frau erlebt hat, was es heißt, Babyblues zu haben. Ich glaube auch, dass das bei Britney Spears der Grund für ihre Alkoholexzesse ist. Nach einer Geburt spielen bei einer Frau nicht nur die Hormone verrückt. Das ganze Leben ändert sich plötzlich. ES entsteht ein Chaos, mit dem jede Frau anders umgeht.  

Wie lange haben Sie darunter gelitten?

Bei mir fing es erst ein halbes Jahr nach der Geburt an und dauerte mehrere Monate. An manchen Tagen war ich euphorisch und glücklich. An anderen Tagen habe ich mich nur im Bett verkrochen. Ich fand mich unattraktiv und fühlte mich dem Anspruch, eine gute Mutter sein zu wollen, nicht gewachsen. Als ich anfing, regelmäßig VITAMINE und Johanniskraut einzunehmen, mindestens drei Liter Wasser am Tag zu trinken und mir auch tagsüber eine Stunde Schlaf zu gönnen, wurde es besser. Zudem hatte ich eine tolle Familie im Hintergrund. Wer das nicht hat, sollte sich an Beratungsstellen wenden.  

Konnte ihr Mann damit umgehen?

Thomas war unglaublich verständnisvoll. Obwohl er beruflich viel unterwegs war, hat er mich unterstützt, wo es ging. Er ist nachts aufgestanden, hat Windeln gewechselt, Flasche gegeben und mir den Kleinen stundenweise abgenommen. Für uns beide war es hilfreich, dass wir vor Alexanders Geburt schon sechs Jahre ein Paar waren. Wer sich einredet, ein Kind könne eine kriselnde Beziehung retten, täuscht sich. Wenn es ohne Kind schon nicht funktioniert hat – mit Kind geht es dann gar nicht mehr.



Copyright: 

BUNTE Nr. 17 vom 19.04.2007 

Interview: Tanja May 
Fotos: Stephan Pick für BUNTE

 

 

           Wir bedanken uns recht herzlich für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung des Artikels. 

 

 

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