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                      Thomas' Showcases in Münstermailfeld und Köln
                              
                            

Eine ereignisreiche Zeit für Thomas bedeutet meist auch viel Aktivität für seine Fans. Nachdem ich am 9. März einen schönen Abend beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest im Hamburger Schauspielhaus verleben durfte, eigentlich bis zum Samstag in Hamburg bleiben wollte und wegen Schnee am Freitag schon wieder nach Hause fuhr, ging es am Sonntag weiter im Programm, zum Glück ohne weiteren Schneefall. Thomas hat zwar mit "Songs That Live Forever" den Vorentscheid nicht gewonnen, möchte aber mit seinem neuen Album "Songs Forever" die Herzen möglichst vieler Musikfreunde gewinnen. 

Die Fans von Modern Talking müssen sich an ganz neue Klänge gewöhnen, denn auf dem Album befinden sich, abgesehen vom Grand-Prix-Song, nur Coverversionen von Hits aus den 80er Jahren, aber in völlig neuem Gewand im Jazz-Swing-Bar-Sound mit Orchester, sehr gefühlvoll und ruhig arrangiert. In der Hoffnung, dass diese Musik neue Fans findet, wurden vier sogenannte "Showcase"-Veranstaltungen geplant: Konzerte in kleinen Sälen, wobei die ca. 400 zur Verfügung stehenden Karten etwa je zur Hälfte an Medienleute und interessierte Zuhörer bzw. Fans verkauft werden sollten. Als Konzertorte wurden Münstermaifeld (bei Koblenz), Köln, Hamburg und Berlin festgelegt. Leider wurde Berlin aus Termingründen kurzfristig abgesagt, die Karten waren aber für Hamburg gültig (für alle, die umdisponieren konnten).

Da Thomas seit der Trennung von Modern Talking kaum Konzerte gab und ich sehr gespannt war, wie die neue Musik live klingen würde, habe ich mir sofort Karten bestellt. Meine Wahl fiel auf Thomas' Heimatort Münstermaifeld und auf Köln. In Münstermaifeld fand das Konzert am 12. März ab 19:30 Uhr in der neuen Bürgerhalle statt. Auf der Bühne standen sechs Musiker (Achim Brochhausen am Flügel, ein Gitarrist, ein Bassist, ein Blasmusiker, ein Schlagzeuger und ein Percussionist) und zwei Sängerinnen (Tammy und Alexa). Alle waren schwarz gekleidet, Thomas trug zum schwarzen Anzug ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte. Fast alle Songs des Albums wurden absolut live gespielt und gesungen, es gab keinerlei Elektronik wie z.B. Keyboards, sondern nur "handgemachte" Musik. Für mich als alten Modern-Talking-Fan (22 Konzerte mit Partystimmung) war das Konzert eine ganz neue Erfahrung, höchstens zu vergleichen mit dem Weihnachtskonzert von Thomas in der Liebfrauenkirche Koblenz im Jahr 1998. Da man persönliche Eindrücke eines emotionsgeladenen Konzerts schwer wiedergeben kann, kann ich nur andeuten, wie die Wirkung der Musik war. Ob man nun Swing oder Jazz mag, ist Geschmackssache, aber es ist eine Tatsache, dass sich Thomas' Stimme für diesen Stil sehr gut eignet und er die Songs hervorragend singen kann. Während die Bühne abwechselnd in verschiedenfarbiges Licht getaucht wurde, sang Thomas so gefühlvoll, aber gleichzeitig kraftvoll und ausdrucksstark, dass die Zuhörer ganz ruhig und beeindruckt da saßen, sich aber nach jedem Song zu lauten Beifallsstürmen hinreißen ließen. In der Hälfte des Programms gab es eine Pause, in der im Foyer Getränke und verschiedene Imbisse angeboten wurden. Es wurden alle Songs des Albums gespielt bis auf "Do You Really Want To Hurt Me" (schade, gerade das gefällt mir besonders gut), dafür wurde "Volare" ins Programm aufgenommen. Dies war der zweite Beitrag beim Song-Contest-Vorentscheid (die Kandidaten mussten ja eine Coverversion eines bekannten Grand-Prix-Titels vortragen) und Thomas fand, dass es zu viel Arbeit gekostet hat, um den Titel nur ein einziges Mal zu spielen. Also, bitte schön, hier ist "Volare"! Dazu spielte der Mann an den Trommeln ein mitreißendes Solo.

Das Konzert in Münstermaifeld war für Thomas eine Art Heimspiel, es war etwas Besonderes, denn in der Bürgerhalle waren außer ein paar angereisten Fans nur Bekannte, Familienangehörige, Nachbarn der Familie, ehemalige Schulkameraden und der Bürgermeister anwesend. Thomas' Eltern saßen in der 1. Reihe, Claudia war natürlich auch da und Alexander Mick durfte sein erstes abendliches Konzert erleben. Ich habe noch nie einen Dreijährigen so gespannt ein Konzert verfolgen sehen! Nach dem Konzert - die Zugabe war "Cry For Help", in blauem Licht und zum Wegschmelzen schön gesungen - gab es eine Autogrammstunde. Diese verlief auch ganz anders als man es sonst von Autogrammstunden gewohnt ist. Während sich normalerweise Fans, Autogrammjäger und Schaulustige um den Künstler drängeln und meistens wortlos ein Autogramm entgegen nehmen, nutzten nun alle Bekannten und Verwandten die Gelegenheit, mal wieder ein persönliches Wort mit ihrem Bernd zu sprechen und sich zu erkundigen, wie es ihm geht. Dabei war die Stimmung äußerst fröhlich und entspannt, einfach nur schön mit anzusehen. Der Bürgermeister, der zu Beginn die Begrüßungsworte sprach, forderte Thomas dann auch auf, sich endlich mal ins Goldene Buch einzutragen. Die Autogrammkarten gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln, eine Tante  von Thomas z.B. nahm einen kleinen Stapel mit, um die Karten in ihrem Geschäft für ihre Kunden auszulegen. Um ca. 22 Uhr musste Thomas leider die gelungene Veranstaltung verlassen, denn er wurde abgeholt, weil er am nächsten Tag eine Fernsehaufzeichnung im Europapark Rust hatte.

Wir (Jürgen, Claudia, Svetlana und ich) fuhren nach Koblenz zurück, wo ich übernachtete und am Montag, dem 13. März, nach Köln aufbrach. Dort traf ich mich am Nachmittag mit Daniela aus Zürich (Ricola), wir bummelten ein wenig durch die Innenstadt (pflichtgemäß mit Dom-Besuch und Kölsch trinken) und machten uns rechtzeitig zum Gloria in der Apostelnstraße am Neumarkt auf. Wir trafen dort auf Meike, Manu und ein paar weitere Bekannte. Das Konzert begann dort um 21 Uhr. Es ist ein ehemaliges Kino, das zum Theater umfunktioniert wurde. Während die Bürgerhalle in Münstermaifeld modern und hell ist, findet man sich im Kölner Gloria in einer gemütlichen und etwas altmodischen Atmosphäre wieder. Trotzdem war die Stimmung nicht ganz  so gut, aber das war kein Wunder, denn Thomas' Familie und Freunde waren nicht anwesend. Das Konzert verlief genauso, aber ohne Pause. Zusätzlich gab es einen Swing-Titel, der nicht auf dem Album ist (mir war er nicht bekannt). Zu Beginn in Münstermaifeld stand Thomas bei "Songs That Live Forever" hinten in der Halle und ging langsam auf die Bühne, in Köln saß er einfach mitten im Publikum (Suchspiel, wo ist Thomas??? Man hört ihn zwar, sieht ihn aber nicht...), stand dann auf und betrat die Bühne.

Beide Konzerte bzw. Showcases hatten eine sehr persönliche Note, so etwas lässt sich auch nur mit kleinem Publikum in kleinen Hallen verwirklichen, nicht mit 15.000 Besuchern in Arenen. Nach den großen Erfolgen mit Modern Talking finde ich diese Art, ein Konzert zu veranstalten, sehr schön. Die Hektik fehlt, es wird nicht gedrängelt, man kann das Konzert entspannt und ruhig verfolgen. Mir haben beide gut gefallen und ich wünsche mir mehr davon.


© Text und Fotos: Barbara Maus

 

 

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