Polnische Fans von Thomas Anders sind echt glücklich. Noch im
Mai hatten wir die Gelegenheit, den Künstler auf Konzerten in
Nędza und Września zu erleben und jetzt besuchte er wieder unser
Land. Diesmal trat er in Kielce auf und das sogar zweimal
hintereinander.
Die Konzerte fanden in einem neulich renovierten
Amphitheater Kadzielnia statt, das sich in einer bezaubernden
Umgebung des Heiligkreuzgebirges befindet, die auch Thomas
beeindruckte. Die Konzerte lockten nicht nur polnische Fans von
Thomas herbei, wir hatten auch Gäste aus dem Ausland, u.a. aus
den Niederlanden und aus Deutschland.
Das erste Konzert fand am Samstag, den 11.
September, genau zum 9. Jahrestag der Attentate auf das World Trade
Center und Pentagon statt. Deshalb lautete das Motto der
Veranstaltung „Konzert für Amerika, Konzert für die Welt” und es
sollte eine Art Denkmal für die Opfer der Ereignisse werden.
Vor dem Eingang zum Amphitheater fand ich mich gegen 16 Uhr
zusammen mit der ganzen Gruppe der Fans, mit denen ich zum
Konzert aus meiner Heimatstadt Bydgoszcz gekommen war, ein.
Von weit her erreichten uns die Töne des Soundchecks.
Nach 17 Uhr durfte ich einen Platz einnehmen – wie meistens gelang
es mir auch diesmal, in der ersten Reihe rechts der Bühne zu
sitzen. Auf der Bühne erschien TK09 –eine Band, die das Publikum
vor Thomas’ Auftritt aufwärmen sollte, der Frontman der Band bot
nach seinem Auftritt eine kurze Biografie von Thomas dar. Das
Konzert wurde von der Abgeordneten Frau Marzena Okła–Drewnowicz
anmoderiert, die alle an den Jahrestag erinnerte.
Kurz darauf
hörten wir die ersten Takte von „Geronimo’s Cadillac”, mit dem
das Konzert begann und wir erblickten die Musiker von Thomas.
Einen Augenblick später betrat er selbst die Bühne bei tosendem
Applaus des Publikums, er trug einen schwarzen Anzug und einen
weißen Schal.
Als nächstes sang er „You Are Not Alone” und
danach begrüßte er die ausgeflippten Fans und kündigte eine
Zeitreise von 1985 bis zum Jahr 2010 und einen Song von seinem
neusten Album „Strong” – „Why Do You Cry” an. Eine Reise durch
die Welt gehört zum Alltag im Leben von Thomas und oft
inspiriert es ihn zur Entstehung neuer Songs. Zu MT-Zeiten war es
im Fall von „Jet Airliner” so, den Titel hörten wir als nächstes
und gleich darauf folgte „Atlantis Is Calling”. Danach ”reisten”
wir nach China dank „China In Her Eyes”. Der nächste Song war „Give
Me Peace On Earth”, den Thomas schön ansagte. Schon bei den
ersten Takten flammten in den Händen der Zuschauer Wunderkerzen
auf, die wir vor dem Konzert in einem Fan-Package erstehen
durften. Dies machte eine fantastische Stimmung, ähnlich der auf
der Jubiläumsparty 2009.
Danach folgten Titel aus der Solozeit von Thomas.
Er sang „Soldier” –wie er anmerkte, einen seiner Lieblingssongs
aus dem ganzen Programm – und dann trat auf die Bühne der König
der Liebe – „King Of Love”.
Das Publikum tanzte zu den
Discorhythmen, in die Luft flogen Ballons. Bevor der nächste Song
erklang, fragte Thomas nach dem populärsten weiblichen Namen in
Polen. Aus dem Publikum riefen Stimmenverschiedene Namen: Laura,
Anna, ... und schließlich fragte Thomas, ob es eine Maria im
Publikum gebe. Zu seiner Belustigung sah er ein Mädchen mit
einer Kopie des Personalausweises Größe A4 mit dem Namen Maria.
Mit ähnlichen Ausweisen meldeten sich noch zwei andere Personen
und Thomas bat alle drei auf die Bühne , Er unterhielt sich und
scherzte mit ihnen eine Weile, während er ihre Daten vorzulesen
versuchte. Eine der Frauen sagte vor Aufregung „Oh My God”,
worauf unser Star antwortete: „No, I’m Thomas”. Drei „Marias”
verließen die Bühne und wir hörten selbstverständlich den Song
„Maria”. Wir blieben noch eine Weile im Latinosound dank „No
Face No Name No Number”.
Danach erklang der zweite große Hit von Modern Talking – „You
Can Win If You Want”. Der Bassist Rob und der Gitarist Lars gaben
uns ein Zeichen und das Publikum aus den ersten Reihen stürmte
direkt an die Bühne. Wir hörten zwei Hits aus der zweiten
MT-Zeit „Sexy Sexy Lover” und „Last Exit To Brooklyn”. Es wurde
Zeit, die Bandmitglieder zu präsentieren. Jeder Musiker wurde
von Thomas vorgestellt und bei einem Riesenapplaus des Publikums
spielte er ein kurzes Solo. Zum Schluss stellte Rob seinen Chef
und Freund – Thomas - vor. Und Thomas bedankte sich bei seinen
Tontechnikern und allen, die zur Organisation der Show beigetragen
hatten. Nun war noch eine Person an der Reihe – „Brother Louie”,
den Song sang Thomas mit vokaler Unterstützung von Rob.
Danach
verschwand Thomas für eine Weile von der Bühne, aber von den
lauten Stimmen des Publikums ermuntert, kam er gleich zurück und
sang „Cheri Cheri Lady”. Zum Finale hörten wir „You’re My Heart,
You’re My Soul”, das wir zusammen mit Thomas sangen. Bei diesem
Song segelten weiße Rosen auf die Bühne. Leider war das schon
der letzte Song des Abends.
Die Band verabschiedete sich von den Fans. Einigen gelang es,
Schlägel von Nick zu fangen und meine Freundin fing das
Handtuch von Rob. Nach dem Konzert kam Rob zu uns, er gab
Autogramme und ließ sich fotografieren.
Am Sonntag, den 12. September war ich bereits gegen 14.30 Uhr
vor dem Amphitheater. Man durfte rein, also sicherte ich mir
wieder einen Platz in der ersten Reihe, einen noch besseren
Platz als den Tag zuvor. Auf der Bühne fand gerade der Soundcheck
statt. Die Musiker waren bester Laune. Es gelang mir, einen
Schlägel von Nick zu bekommen, den Rob in unsere Richtung warf.
Vor Thomas traten einige Künstler, u. a. B-Side und Sweet Combo
auf, die das Publikum vor dem Highlight des Abends aufwärmten.
Thomas fragte, wer gestern anwesend war und scherzte, dass
diejenigen dieselben Scherze hören werden. Das Programm war wie
am Tag zuvor. Und ähnlich wie am Samstag wurden wir von Thomas
wunderbar unterhalten. Diesmal meldete sich vor dem Song „Maria”
nur ein Mädchen mit einer Riesenkopie des Personalausweises, sie
hieß Maria Magdalena und Thomas bat sie auf die Bühne. Doch es
blieb nicht nur beim Gespräch.
Thomas tanzte mit ihr bei „Maria”. Sicherlich wird es für się
ein unvergässlicher Moment sein.
Vor „You Can Win If You Want” hatte Rob ein Problem mit seinem
Bass und Thomas musste seine Ansage etwas länger halten. Auch am
Sonntag baten der Bassist und der Gitarist das Publikum, näher an
die Bühne zu treten. Diesmal stand ich Thomas praktisch direkt
gegenüber. Es war unglaublich. Als Zugabe gab es wieder Mal „Cheri,
Cheri Lady“ und „You’re My Heart, You’re My Soul“. Thomas
verabschiedete sich, er erhielt Blumen und Geschenke. Und das
war schon das Ende des großartigen musikalischen Wochenendes.

Thomas, ich danke Dir für die unvergesslichen Eindrücke während
der beiden Tage. Danke auch an alle Personen, die ich getroffen
habe und mit denen ich mich unterhalten habe. Es war echt
großartig und ich warte schon auf weitere Konzerte von Thomas in
Polen, die er uns schon versprochen hat.
(c) Text:
Agata Teresińska
/ Übersetzung: Dagmara Kudera
(c) Fotos: Angela Hopstaken (sie kam extra von Holland nach
Polen, um Thomas zu sehen)
Ein herzliches
Dankeschön an Agata, Dagmara und Angela für den großartigen den Bericht
in perfektem Deutsch und die tollen Fotos. Wir freuen uns sehr,
dass wir auf diesem Wege an den Konzerten teilhaben können!