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                          Thomas Anders setzt sich für Kinder ein

                                               (Rhein-Zeitung vom 08.11.2008)

 



Musiker appelliert an alle Koblenzer, die es sich leisten können, ihr Kindergeld zu spenden und übernimmt die Schirmherrschaft für den Kinderschutzbund.

Ein Baby, das niemand wickelt und wäscht. Ein kleines Kind, das niemand umarmt. Ein Schulkind, das nie ein richtiges Mittagessen bekommt. Nie im Leben gibt es das in Koblenz. "Ja, das habe ich auch gedacht", sagt Thomas Anders. Jetzt weiß er es besser - oder eher schlechter. Und hat deshalb gern die Schirmherrschaft  für den Koblenzer Kinderschutzbund übernommen, um mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass hier lange nicht alles gut läuft.

KOBLENZ. Thomas Anders appelliert an die Koblenzer - besser gesagt, an "alle Koblenzer, die es sich leisten können"- das Kindergeld, das sie für ihre eigenen Töchter und Söhne bekommen, dem Kinderschutzbund zu spenden." Demnächst 164 € im Monat, das heißt, wir sprechen von einer Summe von rund 1800€ im Jahr", sagt Thomas Anders, der die Schirmherrschaft für den Koblenzer Kinderschutzbund übernommen hat und natürlich mit gutem Beispiel vorangehen wird. "Seien wir doch mal ehrlich, wenn man 10 000 € oder mehr im Monat verdient, dann ist man doch auf das Kindergeld nicht angewiesen."

Der Kinderschutzbund aber schon. Denn der Verein muss im Jahr mindestens 50 000 € selbst aufbringen, die restlichen Gelder fließen von Kommune und Land. "Aber das hat uns schon manch schlaflose Nacht bereitet", sagt Helga Wegeler, die 14 Jahre lang Schirmherrin war und das Amt jetzt sehr gerne in jüngere Hände abgibt. Denn wenn kein Geld mehr da ist, müsste darüber nachgedacht werden, Arbeitsgebiete einzuschränken - und dabei müssten sie eher ausgeweitet werden. "Unfassbar, wie viel Not und Elend Kinder hinter den Fassaden einer Stadt wie Koblenz erleben und erleiden", sagt Wegeler. Da sind die rund 9000 Anrufe, die beispielsweise im vergangenen Jahr am Kinder- und Jugendtelefon eingegangen sind. Da sind die 105 Kinder und Jugendlichen im Jahr 2007, die von hauptamtlichen Kräften des Kinderschutzbundes betreut wurden, weil sie vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht wurden. "Und wer, wenn nicht wir Erwachsenen, kann das ändern?", fragt Anders beim Gespräch in seinem Büro.

Der Kontakt zum Kinderschutzbund ist nicht zufällig entstanden. Denn schon oft hat sich der 45-jährige für Kinderprojekte engagiert - und schon oft für Projekte in seiner Wahlheimat Koblenz. " Ich finde, wir haben die Verantwortung, in unserem eigenen Bereich etwas zu bewirken", sagt er. Und so hat er nicht lange gezögert, als die Mitarbeiterinnen vom Kinderschutzbund ihn bei einer Scheckübergabe einfach gefragt haben, ob er sich nicht vorstellen könne, Schirmherr zu werden. "Ich habe ein bisschen darüber nachgedacht und dann mit meiner Frau gesprochen", erzählt Thomas Anders. Sie sagte gleich: "Du musst es selbst entscheiden, aber ich finde es gut."

Vielleicht hätte sich der Musiker vor sieben Jahren noch anders entschieden. Da war Sohn Alexander noch nicht auf der Welt. "Und es ist ja banal, aber es stimmt: Wenn man selbst nicht Vater oder Mutter ist, dann sieht man die Welt mit anderen Augen." Doch wenn man ein Kind hat, so Anders, dann weiß man wirklich, wie schutzlos und schutzbedürftig Kinder sind.

Kinder zu schützen, das ist also sein großes Anliegen. Als Schirmherr des Kinderschutzbundes bedeutet das vor allem, die Popularität des Namens zu nutzen, um auf die Probleme hinzuweisen. Und eben: Geld zu sammeln. "Ich bin wirklich gespannt, wie viele Koblenzer die Herausforderung annehmen und sagen: "Ja, ich will mit meinem Kindergeld etwas bewirken! Etwas Gutes für Kinder tun, denen es schlechter geht als meinen."



                

                      © Rhein-Zeitung Koblenz (Doris Schneider) / Ausgabe 8.11.2008

                         Wir bedanken uns herzlich für die freundliche Genehmigung!






 

 

 

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