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                         Thomas?!.........Er ist mein Sunnyboy  (Teil 2) 

 

TAO: Mit seinem neuen Album „Songs Forever“ geht er einen ganz neuen musikalischen Weg. Er hat sich mit diesem Album irgendwo einen Traum erfüllt und ist unglaublich stolz auf diese Songs. Und wir sind stolz auf ihn, denn wir finden, es ist ein ganz unglaubliches Album. Manche Kritiker sagen allerdings, dass er lieber den Weg des Modern Talking Sounds hätte weitergehen sollen, denn damit würde er mehr Erfolg haben. Das könnte ja bedeuten, dass ein Musiker/Sänger immer nur nach den Charts schielen müsste und vielleicht nie die Chance hätte, sich mal selbst zu verwirklichen oder auch weiter zu entwickeln. Wie denken Sie persönlich darüber?

Joy Fleming: Ich denke, dass die Kritiker manchmal selber nicht wissen, was sie schreiben. Das kenne ich ja auch von mir. Jemand wie der Thomas, der so bekannt ist und schon so große Erfolge hatte, der braucht sich nicht zurückstellen lassen. Durch seine Umstellung von Modern Talking, wo man ja nie wirklich wusste, wer denn eigentlich der Macher ist, weiß man nach diesem Album, dass immer Thomas derjenige war, der fast alles gesungen hat. Man hat ihm ja oft auch sehr bösartige Dinge unterstellt und ich finde es von den Medien ziemlich dreckig. Ich denke, Thomas beweist in jeder Beziehung, wer er ist und was er kann. Er hat den Kritikern, mit diesem Album, vielleicht doch ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. „Volare“ ist z.B. einfach ein Song, der zu ihm passt. Thomas hat für sich selber das richtige Gespür gefunden, was er machen musste. Und hätte er jetzt was ähnliches wie Modern Talking gemacht, dass hätten ihm die Leute nicht abgenommen und sie hätten gesagt: „Hm...schon wieder der alte Käse.“ Das wäre genauso, wenn ich andauert „Ein Lied kann eine Brücke sein“ singen würde oder den „Megabrückenblues“. Das geht einfach nicht. Er ist auf dem richtigen Weg und muss einfach nur weiter machen!

TAO: Viele Zuschauer konnten gestern Morgen in der Sendung „Volle Kanne“ erleben, wie Sie Thomas, der dort zu Gast war, mit einem Anruf überrascht haben. War das eine spontane Idee von Ihnen? Sie haben dort sehr positiv über sein neuestes musikalisches Werk gesprochen. Sie selbst machen auch Musik in vielen verschiedenen Stilrichtungen. Können Sie uns sagen, wie Sie, als sehr erfolgreiche und berühmte Sängerin, dieses Album empfinden?

Joy Fleming: Ja, es war eine spontane Idee. Ich war die letzten Tage nicht zu Hause und ausgerechnet gestern sitze ich vor dem Fernseher und höre gerade noch: „Ich habe heute einen lieben Gast…Thomas Anders“. Da hab’ ich  natürlich gleich mal laut gedreht und mir gedacht: „Mensch ich ruf’ da jetzt da. Ich muss da anrufen!“ Wenn Sie mich nicht hätten durchstellen können, hab’ ich denen einfach gesagt,  dass sie dem Thomas wenigstens einen Gruß von mir ausrichten sollten. Und das haben sie auch gemacht. Ich hab’ mich so richtig gefreut und hab’ gedacht: „Komm, du kriegst von mir noch ein bisschen Unterstützung zu deiner CD. Sie ist wirklich wunderschön.“  Mein Freund Bruno saß mit dabei und meinte: „Sag ihm, dass das Album wunderbar arrangiert und ganz toll gemacht ist.“ Und der Bruno hat Ahnung von Musik! 

Zum zweiten Teil der Frage kann ich nur sagen, dass das Album sehr schön gemacht ist und super gut klingt. Das traut man dem Thomas gar nicht zu und glaubt es auch nicht, wenn man bisher nur Modern Talking gehört hat.  Auch wie er beim Vorentscheid das „Volare“ hingeschmissen hat…super toll!!!  

TAO: Wenn man Sie im Fernsehen beide zusammen sieht, hat man das Gefühl, dass sie sich unheimlich gerne mögen und jeder von Ihnen den Anderen sehr schätzt. Sie haben beide großartige Stimmen und würden sicher auch perfekt zusammen harmonieren. Könnten Sie sich vorstellen, einmal musikalisch mit Thomas zusammenzuarbeiten? Wenn ja, worauf könnten wir uns, nach getaner Arbeit und gemeinsamen Besuchen im Studio, von Ihnen beiden freuen?  

Joy Fleming: Ja, mit ihm würde ich sofort singen und es würde in seine Richtung gehen, dass was er jetzt so macht. Ich glaube, wir hätten da überhaupt keine Probleme miteinander. Thomas hat einen guten musikalischen Geschmack, hat gute Ohren und ist niemand, der sich lächerlich macht. Ich denke, dass wir von der musikalischen Seite aus gut zusammen passen würden. Es steht zwar jetzt nicht unbedingt auf meinem Plan, aber er wäre einer meiner Kandidaten, wo ich niemals drüber nachdenken müsste. Thomas hat auch diesen Schmiss, genau wie ich, dieses swingige und soulige. Außerdem hätten wir auch sehr viel Spaß miteinander, weil keiner von uns eingebildet ist, jeder den anderen zu schätzen weiß und auch weiß, wie weit der andere gehen kann.

TAO: Gab es neben der Jurytätigkeit bei SSDSGPS schon andere Projekte, die Sie gemeinsam gemacht haben bzw. ist eventuell noch etwas geplant?

Joy Fleming: Nein, eigentlich nicht. Es ist halt so, dass Thomas und ich immer mal wieder aufeinander treffen. So wie jetzt im Mai, wenn die GP-Endausscheidung ist, was er ja nicht wusste, wo ich dann gemeinsam mit Bruno am Klavier, live einen Titel singen werde. Wenn wir danach noch Zeit haben, können der Thomas, Bruno und ich vielleicht in einen Night-Club gehen, ein bisschen rummachen und uns tot singen *lacht* Da haben wir keine Berührungsängste.

TAO: Thema Grand Prix Vorentscheid - Sie wissen, wie sich der 2. Platz dort "anfühlt". 2001 belegten Sie mit der, übers Internet gewählten Formation „Lesley, Joy & Brigitte“ und dem Song „Power of Trust“ den 2. Platz und 2002 unterlagen Sie mit Ihrem Song „Joy to the world“ Corinna May und wurden, wie jetzt Thomas, auf Platz 2 gewählt. Was könnten Sie ihm zum Trost sagen?

Joy Fleming: Zum Trost kann ich ihm nur eines sagen: Rein musikalisch und vom Arrangement waren das ganze Lied und die Performance super! Er muss sich überhaupt nicht als 2. Platz sehen, denn für mich war er der Gewinner…von Anfang an! Bruno sagte, dass Thomas für den Grand Prix alle Voraussetzungen hat und dieser Titel ein typischer Grand Prix-Song sei. Ich glaube auch, dass er in Athen einen der vorderen Plätze geholt hätte. Schon alleine durch die ganze Aufmachung, seine Erscheinung und sympathische Art, durch das Arrangement und seinen Gesang. Er hat ja beim Vorentscheid auch alles richtig gesungen und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich ihn mag. Als ich den Titel das erste Mal bei Stefan Raab gehört habe, dachte ich mir: „Mensch, das Lied geht schön ins Ohr.“ Für Thomas war es bei der Vorentscheidung, unter diesen Bedingungen, nicht ganz einfach, aber für mich war er der absolute Favorit des Abends und zwar ganz weit vorne!!!!

TAO: Wir haben während der „heißen Phase“ vor dem Vorentscheid versucht, Thomas durch verschiedene Aktivitäten zu unterstützen und haben ganz fest an seinen Sieg geglaubt. Dementsprechend traurig waren wir natürlich im ersten Moment, als wir erfuhren, dass es für den Sieg nicht gereicht hat. Während der Show, aber auch schon ein paar Tage zuvor bei "TV Total" sah es so aus, als ob auch Sie ihm ganz besonders die Daumen drücken würden und man hatte den Eindruck, dass Sie über seinen 2. Platz nicht gerade glücklich waren. Was haben Sie im Moment der Entscheidung empfunden?

Joy Fleming: Ich muss sagen, dass ich sehr enttäuscht war! Manchmal möchte man dem Publikum am Liebsten sagen: „Leute, macht doch mal die Ohren auf und hört doch einfach mal richtig hin.“ Da wollen sie, dass unser Land gewinnt und dann schicken sie Texas Lightning. Ich weiß nicht, ob das so gut ist, wenn da 4 Cowboys auf der Bühne stehen, international gesehen kann ich mir das jedenfalls nicht vorstellen. Klar, es kann aber genauso gut ein Schuss nach vorne sein, dass ist ja das kuriose beim Grand Prix-Endausscheid. Vielleicht ist es für Thomas’ Popularität und für seinen Namen besser nicht hinzufahren, als wenn er gewonnen hätte und in Athen hinten gelandet wäre. Dann heißt es doch gleich wieder: „Hm, dass haben wir doch vorher gesagt.“ Wenn jetzt aber Texas Lightning im Mai schlecht abschneiden, dann steht er gut da. 

Bei mir war das damals genauso, denn die Leute haben auch gesagt: „Hätten sie
dich mal geschickt.“ So wird es dem Thomas sicher auch gehen. Ich weiß noch als die Gracia im letzten Jahr hoch gelobt wurde… Als ich sie später noch einmal getroffen hatte, da hat sie sich bei mir bedankt, weil ich nett über sie gesprochen und sie nicht runter geputzt habe, wie manch’ andere Kollegen. Aber bei Texas Lightning werde ich das nicht machen! Die tun da jetzt auch nur ihren Job und sind im Endeffekt froh, dass man momentan auf die steht. Schließlich sind sie auch keine Teenies mehr.  

TAO: Wie sieht es denn bei Ihnen aus, haben Sie denn nicht auch wieder Lust bekommen, am Grand Prix-Vorentscheid teilzunehmen?

Joy Fleming: Doch, ich habe einen wunderschönen Titel vorbereitet, welcher von Bruno nur noch gut arrangiert werden muss und dann werde ich ihn mal einschicken. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Mehr wie eine Absage kann ich nicht kriegen. Dieser Song würde dem Thomas sicher auch unter die Haut gehen. Ich hatte ihn letztens meinem Bruder, der auch Musik macht, am Telefon vorgesungen und da sagte er: „Ach Joy, hör auf, ich krieg’ eine Gänsehaut.“  

TAO: Liebe Frau Fleming, dann sind wir mit all unseren Fragen am Ende und ich möchte mich ganz herzlichen bei Ihnen bedanken, dass sie sich so spontan und kurzfristig die Zeit für dieses Interview genommen haben.

Joy Fleming: Gern geschehen, es hat mich sehr gefreut. Ihnen noch einen wunderschönen Tag, ganz liebe Grüße an alle Kolleginnen und wenn sie den Thomas sehen, dann sagen sie ihm liebe Grüße von mir und er soll ja nicht schlapp machen. Und lassen sie sich nicht irre machen, dass Leben ist ein einziger Kampf.

Nun war leider schon alles vorbei und wir verabschiedeten uns voneinander.

 

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Joy Fleming bedanken, die sich sehr spontan zu diesem Interview bereit erklärt hat. Es war unheimlich toll, so ausführlich mit dieser einzigartigen Frau und Künstlerin zu plaudern. Wir wünschen ihr für die private und berufliche Zukunft alles Gute. Sie war übrigens noch so nett und hat uns ein paar Autogrammkarten geschickt. Wenn ihr also gern eines haben möchte, meldet euch einfach unter unserer Mail-Adresse.

                    Näheres zu Joy Fleming und ihrer Arbeit findet ihr auf ihrer Homepage
                    

                           Das Interview mit Joy Fleming führte Yvette Graßmann / 24. März 2006  

                      © Fotos: Joy-Fleming.com, millamusic.de, Medienfoto M. Homann, Pro 7, ZDF
                                                 Wir danken für die freundliche Genehmigung

                                  

 

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