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Achim:
Genau!!! Da ging das los, dass ich das erste Mal alleine
mit ihm spielte und wir uns natürlich 5-6 Mal vorher, bei ihm zu
Hause, zum Proben getroffen haben. Im darauf folgenden Sommer war
ja dann diese Gala in Mörz, wo mich Thomas zum ersten Mal
beauftragt hat und meinte: "Sag mal kannst du mir da nicht mal ein
bisschen was zusammenschnippeln? Versuch doch bitte mal auf die Streisand-Songs
ein Halb-Playback zu machen, damit wir
da etwas Vernünftiges auf die Reihe kriegen!" Auch das
hat sehr gut geklappt und das waren auch die ersten größeren
Produktionen. Ich meine, die Streisand-Sachen sind immer sehr opulent, mit Streichern, Orchester und dem
Ganzen... Aber
ihr steht ja drauf, oder?
Yvette: Oh ja... sehr, da hast du allerdings Recht ;-) !!!
Achim:
Das ist ja auch absolut Thomas' Ding. Vielleicht ist das auch der
Grund, warum man so gut zusammengefunden hat. Ich konnte vieles immer so erfüllen, wie er es selbst privat
immer wieder gern hört. Diese Mörzer "Ding" war
eigentlich die Feuertaufe. Dort wurden meine Arrangements
gespielt und es funktionierte eigentlich ganz gut. So haben wir uns kennen gelernt und
nachdem Christian Geller die KA.G.B. verlassen hatte, rief mich
Thomas an und fragte, ob wir nicht mehr zusammen machen wollten.
Astrid:
Wie schön..., denn du triffst unseren Geschmacksnerv zu 100
Prozent und wir sind sehr froh, dass du jetzt für die
Arrangements bzw. Produktionen zuständig bist. Achim:
Von daher war es für mich ganz gut, dass Christian Geller
aufgehört hat, aber das wäre eh früher oder später so
gekommen... davon bin ich fest überzeugt. Ja... und so
richtig zusammengewachsen sind wir dann allerdings erst durch dieses Album, dieses wochenlange Arbeiten auf Ibiza, dieses immer
wieder umdrehen und neu machen und Thomas weiß das natürlich auch.
Man kann das durchaus mal sagen... Wir haben kostenfrei
zusammengesessen und kostenfrei zusammen gearbeitet, denn wir wollten
zusammen einen Deal erstreiten. Deswegen habe ich, zusammen mit
Thomas, eine Menge
Vorproduktionen gemacht und wir wussten, dass wir damit noch
kein Geld verdienen werden. Wir zwei hatten uns richtig darauf versteift
und sagten: "Mensch, da schaffen wir irgendwas!!!" Na
und jetzt sind wir natürlich sehr, sehr froh, denn an sich,
egal, wie man geschmacklich zu dem Album stehen mag, was ja
jedem natürlich freigestellt ist, eins kann man nicht sagen, dass es nicht HANDWERKLICH außerordentlich gut
gelungen wäre, was ja nun einmal letztendlich wiederum mein Part ist.
Natürlich muss auch jemand gut darauf singen können, da wollen
wir gar nicht darüber reden.
Yvette: Ja OK... das ist klar und mit Thomas hast du
natürlich genau den Richtigen gefunden!!!
Achim:
Wisst ihr, ich bin im Internet ja viel am schauen, wie
die Kritiken sind. OK, man kann zwar sagen: "...ist mir zu
schnulzig!", man kann auch sagen: "Das ist mir zu
weich!" oder "Es sind zu viele langsame Sachen
drauf!" ...das ist alles Geschmackssache!!! Aber man
kann nicht sagen: "Das ist jetzt nur eine seichte
Popballade!" Seicht - das schreibt keiner. Man kann auch
nicht schreiben "Aaach, schon wieder dieses eintönige
Computergedudel!", diese Ruck-Zuck-Dinger. Das kann man
alles nicht sagen, sondern man weiß, da steckt richtig viel Herzblut
drin. Gestern war wieder so ein Programmchef da und hat sich
das Album zum ersten Mal angehört und fand es fantastisch, obwohl er Thomas'
Stimme eigentlich gar nicht so gern mag und das ist doch der
springende Punkt! Das ganze komplette Setup stimmt. So... Stopp
jetzt... sonst kommen wir nicht weiter!
Astrid und Yvette: (lachen)
Achim:
(liest die nächste Frage vor)
Ging die Initiative für
eine Zusammenarbeit eher von dir oder von Thomas aus?
Astrid: Das erschlägt sich eigentlich mit dem, was du eben
schon gesagt hattest... Kannst du vergessen!
Achim: Ganz genau!
Es war, so wie es am Ende auch auf
dem Album-Booklet draufsteht: Es war eine Sache, die einfach so zusammen
gekommen ist. Wir haben uns überlegt: "Was kann man
machen?" und jeder hat so seins dazu beigetragen, übrigens
auch Guido Karp, der immer ganz fantastische Ideen hat. Es
war wirklich so: Wir saßen zu zweit oder zu dritt auf Ibiza,
Thomas drückte da auf sein Knöpfchen, auf irgendeinen Song, den er
sich aus dem Netz runtergezogen hatte und dann bin ich schnell
ans Klavier, habe 10 Minuten rausgeschrieben und Thomas hat draufgesungen.
Danach haben wir dann gemeinsam entschieden, ob das gut klingt oder
eher nicht so.
Ich muss sagen, dass es wohl insgesamt so ca. 80 Stücke gewesen,
die wir auf diese Art und Weise "rausgehauen" haben!
Yvette: Ohhhhhhhh!!!
Astrid: Wahnsinn!!!
Achim: Soooo einen Kopf hat man
da! Aber, so muss man manchmal arbeiten!
(liest die nächste Frage vor)
Welche Projekte und Veranstaltungen hast du mit Thomas schon zusammen
realisiert? Gut, dass hatte ich ja auch schon gesagt.
Astrid: Ja... genau.
Achim: ....und die Veranstaltungen aus dem letzten Jahr,
die kennt ihr ja sowieso!
Yvette: Zum Thema "Neues Album"... Wie kamt ihr eigentlich auf die Idee,
bekannte Songs neu zu arrangieren?
Achim:
Hm,
dass ist nicht meine Idee gewesen... DAS
nicht!!! Ganz ehrlich... nach
dem Zusammenbruch von Modern Talking und nach dem schnellen Schuss der
letzten Platte muss man schon sagen, dass vielleicht nicht jeder
so ganz glücklich mit dieser Platte war. Ich möchte das
wirklich auch ganz bewusst so freihalten, weil ich gar nicht
weiß, wer nicht richtig glücklich war. Aber wenn man auf der
Suche nach etwas Neuem ist, dann bedeutet das immer, dass man mit
dem, was man vorher gemacht hat, vielleicht nicht ganz so glücklich war...
und daraus nehme ich jetzt mal diese Vermutung. Thomas kam
eigentlich auf die Idee, er wollte mal ein
"Pearls"-Album schaffen, also Perlen. Und diese
Coversachen sind natürlich auch so eine sichere Angelegenheit,
da wollen wir auch mal ganz ehrlich sein. Coversongs sind im
Moment absolut angesagt. Es wird gecovert auf "Teufel komm
raus".
Letztendlich hat Thomas sein "Pearls"-Album geschafft, denn
das sind ja auch Perlen geworden, perlenhaft instrumentiert und
auch gesungen, aber... warum jetzt 80er Jahre? Das war
seine Idee. Er kommt aus den 80ern, ist in den 80ern groß
geworden... ihr kennt die Story. Er musste was Neues machen und
das war halt diese Idee, die er so mag!!!
So, nächste Frage!
Yvette: Wie lange habt ihr denn an dem neuen Album
gearbeitet?
Achim:
Wir haben im April letzten Jahres (2005) angefangen und Ende Januar
Anfang Februar dieses Jahres (2006) Schluss gemacht. Dieses war ein
sehr, sehr opulentes Album. Nicht nur, weil am Anfang diese 80
Songs herausgearbeitet wurden, denn danach bekam ich von der
Plattenfirma sage und schreibe 35 Songs, die ich dann richtig
auf Papier bringen musste...
Astrid: ...also diese 80 Songs waren dann wirklich so, wie du
vorhin schon sagtest... auf Ibiza, so nach dem Motto... einmal
kurz und durchprobieren...?
Achim:
...genau! Nur mal so kurz durchprobieren, wie es
klingt. Nachdem wir ja zwei Vorproduktionen von "Cheri,
cheri Lady" und "Never gonna give you up", die ja
noch so in Richtung Swing und Bigband gehen sollten, abgeliefert
hatten, bekam Thomas das OK von der Plattenfirma. Als die uns
die 35 Titel vorgeschlagen hatten, haben wir uns wieder auf
Ibiza getroffen und haben diese 35 Songs durchgearbeitet, von
denen dann letztendlich dann noch 18 übrig blieben. Diese 18 Songs
habe ich dann komplett arrangiert und anschließend hatten wir
dann mit EDEL und Peter Ries, der dann in Frankfurt
auch mit dazu kam, ein Meeting gemacht. Dort haben wir die Songs durchgehört
und durchgearbeitet und ich sagte schon, als wir nach
Freiburg zu "Die Cleversten" fuhren: "Das mit der
Bigband ist nix!" Erst mal muss ich ganz ehrlich sagen,
dass ich nicht der Bigband-Fachmann bin, ich bin der Streicher...
also was mit Geigen. Da bin ich gut drin, glaube ich jedenfalls
sagen zu dürfen. Da bin ich firm drin, da bin ich zu Hause! Bei
der Bigband bin ich nicht so ganz dabei. Da gibt es Leute, die
das besser können, besser arrangieren können. Aber ich habe
auch einfach gemerkt, dass es eine ganze Menge gute Swingalben und
geile Bigband-Alben gibt. Muss man denn da noch eins
machen?
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