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Kurz vor 20 Uhr betrat Georg Uecker für ein kurzes "Warm
up" die Bühne. Während er ein paar wichtige Infos zum
Sendeablauf gab, riss er einen Gag nach dem anderen "Es
kann gut sein, dass sie statt Vicky mal den A.... vom Kameramann
sehen - kann von Vorteil sein oder auch nicht!" oder
"Bitte verdrehen sie sich nicht die Hälse, das sieht im TV
blöd aus. Wir haben überall Monitore hier, auf denen sie alles
verfolgen können." Er war wirklich locker drauf und es gab
viel zu lachen.
Nun wurde auf den Monitoren auf der großen Bühne zum
NDR-Fernsehen geschaltet. Wir durften noch den Wetterbericht
sehen und dann ging es live auf Sendung. Während wir dort
saßen, mussten wir an unsere Familien und Bekannten und auch die Stadt Koblenz denken,
die auf Grand Prix Partys genauso für Thomas mitfiebern
würden, wie wir hier vor Ort.
Thomas
Hermanns betrat die Bühne und wurde von donnerndem Beifall und
Füßetrampeln begrüßt. Er erklärte kurz die neuen Regeln für
den Grand-Prix Vorentscheid und begrüßte die
"Superfans" Georg Uecker, Dirk Bach, Joy Fleming und
Lucy Diakovska, die auf dem Talksofa auf der kleinen Bühne
Platz genommen hatten.
Bevor wir überhaupt einen der Kandidaten zu Gesicht
bekamen, boten Mary Roos, Corinna May, Ingrid Peters, Lou,
Michelle und Joy Fleming ein mitreißendes Medley von Grand Prix
Siegertiteln, das vom Publikum mit Standing Ovations belohnt
wurde.
Anders als in den vorangegangenen Jahren und um die Leistung der Kandidaten
besser bewerten zu können, sollten sie diesmal vor ihrem eigentlichen
GP-Beitrag, eine eigene Version eines berühmten
ESC-Titels darbieten.
Thomas war gleich als erster an der Reihe, was uns natürlich
unheimlich gefreut hat, weil wir wohl fast aufgeregter
waren, wie er selbst. Seine Performance des 58iger Klassikers "Volare"
war wunderschön und schwungvoll, kam beim Publikum sehr gut an und wurde mit kräftigem
Applaus belohnt. Texas Lightning folgten mit ihrer Version des
ABBA-Titels "Waterloo". Über Geschmack lässt sich ja
bekanntlich nicht streiten, aber da nur wenige Zuschauer während
des Auftrittes mitklatschten, dachten wohl die meisten genau wie
wir, dass es dem Titel doch etwas an Power gefehlt hat. Als
dritte im Bunde performte Vicky Leandros mit "Apres toi"
ihren eigenen Siegertitel aus dem Jahre 1972. Es ist sicher ein
super schöner Song, den sie auch toll darbot, aber in diesem Fall fanden wir es doch ein
wenig einfallslos. Auch bei ihrem Auftritt ging das Publikum,
allen voran ihre Fans, voll mit und belohnte ihre Leistung mit
viel Applaus. Nach diesen Auftritten verschwanden die Kandidaten
erst mal wieder, um sich auf die eigentliche Präsentation ihres Grand Prix
Songs vorbereiten.
Thomas
Hermanns plauderte in der Zwischenzeit mit seinen Gästen auf
dem Talksofa. Es gab Filmausschnitte zur Geschichte des Grand
Prix, die immer wieder zu Gelächter führten. Joy Fleming sah
mit gemischten Gefühlen ihr damaliges grünes Seidenkleid mit
Goldkette. "Ich musste ja anziehen, was die mir hingelegt
haben, aber ich habe dieses Kleid gehasst!", erzählte sie,
"Hinterher habe ich es zertreten, zerrissen und
weggeworfen!" Als Thomas Hermanns hintergründig lächelnd
bemerkte, dass viele Dinge in der Geschichte des Grand Prix
wieder kommen, konnte sie noch nicht ahnen, dass Dirk Bach mit
seiner "zarten Figur" gleich mit gerade diesem Kleid
die Showtreppe "heruntergeschwebt" kommen würde. Bei
diesem Anblick und Joy Flemings entsetztem Gesichtsausdruck
haben wir vor Lachen fast in den Sesseln gelegen. Als sich
dieses Kleid noch als Trickkleid entpuppte, das Dirk Bach vom Körper
gerissen wurde, gab es kein Halten mehr im Publikum. Absolutes Highlight
dieser Gesprächsrunde war eine Gesangseinlage von Joy, die den
Grand Prix Song von Max Mutzke noch einmal anstimmte. Diese Frau
hat eine so fantastische Stimme, dass man nur den Hut vor ihr
ziehen kann.
Nun kam endlich der wichtigste Teil des Abends, mit dem wir uns
nun schon seit Wochen gedanklich beschäftigt hatten und der schon
im Vorfeld für reichlich Diskussionen in den einzelnen Fanforen
gesorgt hatte. Thomas war der Erste, der seinen Song für Athen
vorstellen durfte. In einem Einspieler wurden Ausschnitte aus
seiner langjährigen Karriere gezeigt. Er erklärte, warum er am
Grand Prix teilnehmen möchte und wieso er seinen Song für
geeignet hält.
Auf der Bühne stand mittlerweile ein weißes
Klavier und ein weißes Schlagzeug. 2 Streicherinnen in weißen
Kleidern, ein Schlagzeuger und die beiden Backgroundsängerinnen
Tammy und Alexa (alle
ganz in weiß) hatten bereits ihre Plätze eingenommen. Thomas
betrat die Bühne im schwarzen Anzug unter donnerndem Applaus, für
den nicht nur seine anwesenden Fans verantwortlich waren!
Zusammen mit der Bühnenbeleuchtung gab das Ganze ein absolut edles
Bild. Nachdem der Applaus abgeebbt war, begann Thomas mit seinem
Song. Erst fiel uns gar nichts auf, doch als er plötzlich abbrach und
meinte: "Ich hätte dann gern auch mal Musik dazu!",
fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Wir, die Thomas schon so
oft a capella gehört hatten, hatten nicht einmal bemerkt, dass
es eine Tonpanne gegeben hat und die Musik im Hintergrund
fehlte. Für seinen a capella Einsatz bekam Thomas auch sofort
donnernden Applaus. Auch beim zweiten Versuch war von der Musik nichts zu hören.
Während sich bei uns erste Panik und ein ziemlich seltsames
Gefühl in der Magengegend ankündigte, meinte Thomas nur ganz
trocken: "Ich liebe live! Ich kann das auch gern a capella
machen, wenn ihr möchtet!" Mein Gott, der Mann hat
Nerven!!!!! Endlich, beim dritten Anlauf klappte es auch mit der
Musik. Thomas brachte seinen Titel "Songs that live forever"
absolut perfekt und mit so viel Hingabe rüber, dass uns ganz warm ums Herz wurde.
Nicht nur als Fan musste man bemerken, das dies s e i n
Song
für Athen war, in dem er sich total wohl fühlt und hinter dem
er steht. Kurz....mit dem er Deutschland in Athen vertreten
wollte!!
Aber nicht nur wir waren absolut begeistert. Auch Joy
Fleming schien sehr beeindruckt. Sie drehte sich zu Thomas
herum, schaute ihn an und hielt beide Daumen fest gedrückt nach
oben. Nachdem der letzte Ton verklungen war, hielt uns nichts
mehr auf unseren Plätzen. Wir waren so stolz darauf, wie souverän
Thomas die Tonpannen gemeistert, einen perfekten Auftritt
geliefert hatte und wie toll er beim
Publikum ankam. Für uns hatte er hier und jetzt gewonnen!!!!! Auch
Joy drückte noch einmal ihre Hochachtung aus, bevor Thomas
hinter der Bühne verschwand.
Nun waren die Hamburger Cowboys um Olli Dittrich an der Reihe.
Im Gegensatz zu den Hörproben, die wir im Internet gehört
haben, klang die Stimme der Sängerin dieses Mal doch etwas
besser. Der Song, vom Rhythmus her sehr mitreißend, lud zum
Mitklatschen ein und kam beim Publikum wesentlich besser an, als
vorher ihr "Waterloo". Als letzte Kandidatin betrat
Vicky Leandros die Bühne. Schon am Applaus war zu hören, dass
sie eine große Fangemeinde mitgebracht hatte. Mit "Don't
break my heart" setzte auch sie auf eine Ballade voller Gefühl
und erntete damit viel Applaus.
Dann wurde es spannend. Die Telefonnummern für die Abstimmung
wurden bekannt gegeben. Ziemlich irritiert hörten wir, dass
Thomas Hermanns zugab, dass teilweise richtige Nummern schon
vorher im Internet kursierten. Er bemühte sich dann auch
sogleich zu versichern, dass diese Anrufe natürlich nicht
gezählt werden. Von der Unterhaltung während der
Abstimmungszeit haben wir nicht wirklich viel mitbekommen, da
wir total auf unsere Handys fixiert waren. Wir bekamen am Rande
noch mit, dass Hape Kerkeling als Überraschungsgast auftauchte.
Viel Aufmerksamkeit hat er in diesem Moment von uns allerdings
nicht bekommen (sorry Hape, aber schließlich mussten wir Thomas
unterstützen!) Die Netzverbindung war nicht die allerbeste in
dem alten Gemäuer und per Anruf war es nicht ganz einfach
durchzukommen. Das Absetzen der SMSen schien besser zu klappen
und somit machten wir davon auch reichlich Gebrauch. Plötzlich
ertönte ein Gong, der das Ende der Abstimmungszeit
anzeigte.
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