Pünktlich um 19 Uhr fanden sich alle wieder im Saal der
Kulturfabrik ein. Thomas betrat die Bühne und begrüßte uns
erneut. "Im letzten Jahr
hatten wir wirklich eine grandiose, hervorragende und wunderbare
Show! Für dieses Jahr habe ich mir etwas ganz anderes überlegt
und zwar eine ganz kleine Besetzung, etwas sehr intimes. Ein intimes
kleines Konzert."
Schon in der Einladung zum "International Fanday"
hatte Thomas ein etwas anderes Konzert angekündigt und der
Flügel auf der Bühne war ein weiteres Indiz dafür. Spätestens
als Achim, Wolfgang und Bruce die Bühne
betraten, konnten wir uns ganz sicher sein,
dass uns ein musikalischer "Leckerbissen" der besonderen Art
erwarten würde.
Doch Thomas heizte unsere Gedanken noch ein
bisschen mehr an: "Jetzt überlegt euch mal... Wir können unsere Fantasie
spielen lassen... wir sind vielleicht irgendwo in London,
in Paris oder in New York in einer kleinen Bar oder wir
sind in Koblenz in einem ganz alten Fabrikgebäude... sind sehr
intim, also sehr nah zueinander. Oft
werde ich gefragt: Welche Songs hörst du privat zu
Hause? Und dieses Programm besteht aus Titeln, die ich
bei mir zu Hause höre!"
Wir konnten uns also
auf Titel freuen, welche Thomas extra für diesen Abend
ausgesucht hatte, die er persönlich sehr mag und gerne hört.
Die Vorstellung gefiel uns außerordentlich gut und unsere
Vorfreude bekam noch einen weiteren Schub!
Nun erzählte uns Thomas, dass er in dieser
Besetzung, wie an diesem Abend, noch nie aufgetreten sei… nur
mit einem Pianisten, mit einem Schlagzeuger und mit einem
Kontrabass. Auch war das komplette Programm ist für ihn ganz
besonders und es lag ihm einfach am Herzen, da es aus dem Leben
gegriffen ist. "Es sind Titel mit sehr viel Tiefe
und mit sehr viel Inhalt. Wir wissen alle nicht was jeden Tag
passiert und wissen nicht wie unser Leben läuft. Aber... und das
ist das Tolle... es geht immer weiter."
Thomas begann den Abend mit
dem Titel "Here's to life", einem lebensbejahenden Song,
der uns sagen sollte, dass es nach allen Problemen immer weiter
geht und das Leben trotz allem schön ist. Schon
während des Songs stellte er Achim Brochhausen vor, der seinen
gewohnten Platz am Flügel eingenommen hatte und Thomas mal
wieder virtuos begleitete.
"Das war der schwierigste Song des
heutigen Abends, aber ich finde einfach, dass er passt. Das Leben
kann unglaublich schön und wundervoll sein."
Beim nächsten Song verweigerte Thomas die Ansage, denn "Blackbird" war ja
nun wirklich allen aus dem Album
"Universe" bekannt. Es ist manchmal echt überraschend,
welche
Titel man so alles erfolgreich in ein jazziges, barmäßiges Gewand verpacken
kann. Dieser passte 100%ig und klangt so richtig toll.
Schon jetzt gab es im Publikum keinerlei
Sitzordnung mehr. Irgendwie schienen Thomas und die Bühne
unglaubliche Anziehungskräfte zu entwickeln. Jedenfalls nahmen
einige Fans Thomas' Ansage vom "nah zueinander sein" sehr wörtlich.
Während am Bühnenrand erst nur Fotos gemacht wurden, saßen ganz
hartnäckige Leute den Fans in der ersten Reihe später fast auf
den Füßen ;-) !
Nun folgte ein Song, der nicht nur einer
von Thomas' Lieblingstiteln, sondern auch die Titelmusik von
einem Film mit Barbara Streisand und Robert Redford aus den
70-er Jahren ist. "The way we where" ist ein wunderschöner
Song, der im Grunde unsere Erinnerungen beschreibt. Thomas
erzählte dazu:
"Erinnerungen,
die wir jedes Mal haben, wo wir einfach sagen: Es war doch
früher alles viel schöner. Und die Frage ist: Liegt es daran, je
älter wir werden, vergessen wir die schlechten Sachen? In diesem
Song gibt es eine wunderschöne Stelle, die heißt „Erinnerungen
in den Ecken unseres Gedächtnisses“.
Zum Teil hörten wir sehr kurze Songs,
ungewöhnlich, aber sie waren wunderschön.
Thomas erzählte, dass sie seit Oktober an diesem Programm
gearbeitet hatten und sich bei den Proben immer gefragt haben, woher es
kommt, dass es solche Titel nicht mehr gibt. Er erklärte uns,
dass das heutzutage einfach damit zusammen hängt, dass alles dem Radioformat
entsprechen muss. Ein Song sollte also mindestens 3 Minuten und
nicht länger als 4:20 sein und zusätzlich sollte er noch einen
chronologischen Aufbau haben.
"Für Musiker
ist das immer sehr schade, weil Titel in 2 ½ Minuten viel mehr
ausdrücken und nach über 4 Minuten oft einfach langweilig
werden." Thomas kündigte an, dass wir einige davon
in seinem Programm wieder finden würden.
Vor dem
nächsten Song musste Thomas erst mal wieder GANZ DEZENT auf
seine Bedürfnisse aufmerksam machen: "Eins muss ich
sagen... dieser Tisch steht hier WUNDERSCHÖN. Aber hier fehlt eine
Dekoration! Die Platte ist auch GROß GENUG, um eine Deko
hinzustellen!!! Das war ein dezenter Hinweis an die
Gastronomie. Ein kleines bescheidenes Wässerchen oder etwas mit
Farbe drin... könnte mir gefallen! Kommt bestimmt gleich ;-) !
Mit der Feststellung, dass man eigentlich viel
zu selten DANKE zueinander sagt und vieles im Leben als
selbstverständlich hinnimmt, stimmte Thomas auf den
wunderschönen Song "Have I
told you lately" ein. Während alle noch ganz verzückt zuhören,
bekam Thomas endlich seine angeforderte "Deko".
Als er uns von seinem nächsten Song aus dem Film "Tootsie"
erzählte, unterbrach ihn mittendrin ein lautes Brummen durch Übersteuerung.
Worauf Thomas ganz trocken reagierte: "Ja,
die Klimaumstellung... Wir sind sehr nah an der Nordsee!
Das kriegen wir aber noch geregelt. Kriegen wir das nicht nur
geregelt, sondern auch weg??? Ja, so fing Tootsie damals an...
:-)" Lautes Gelächter
aus dem Publikum, aber lange genug, dass die Techniker das
Problem schon wieder im Griff hatten, als endlich Ruhe
eingekehrt war.
Achim, Bruce und Wolfgang begannen wieder zu
spielen und Thomas setzte mit seinem Gesang ein. Doch plötzlich fragte
er dazwischen:
"Was bin ich, was haben wir? Du hast ein falsches Programm! Das war das von
gestern. Wir sind aber heute beim heute! Das ist doch wunderbar! Das ist live! Das passiert auch in Bars in London, New York, Paris und auch in der Kulturfabrik in Koblenz...
Hm Schnuffi... Jetzt warte doch mal! Ich war jetzt so
überrascht, dass ihr es richtig gespielt habt..... Ich
muss doch der Schreck für alle Musiker sein! Der Musiker spielt
einen anderen Song und ich gehe gnadenlos mit meinem Text durch,
egal ob es stimmt oder nicht. Also ihr wisst, ihr müsst euch mir
anpassen. Ja? Und wenn es schlecht klingt, waren es immer die Musiker. Ach, ich bedaure euch!!!!
Nachdem
Thomas gedanklich wieder von (O-Ton) "konfuzius" auf sein
Programm umgeschaltet hatte, erklangen die wunderschönen Titel
"You don't bring me
flowers" und "It might be you". Nun folgte wieder der Beweis,
dass man (fast) jeden Titel mit dem bestimmten Können in ein anderes
Soundgewand verfrachten kann. Die "etwas andere" Version von
"Cheri Cheri Lady" ist wohl mittlerweile jedem Fan ähnlich
bekannt wie das Original.
"Das Leben… ich habe gesagt, dass dieses Programm sehr viel vom
Leben erzählt und wir immer positiv weitersehen müssen.
Wolfgang, du hattest gestern einen ganz guten Spruch gebracht.
Wie war das noch mal mit dem Regen?
Karl Valentin meinte einmal: "Wenn es regnet lacht er,
denn wenn er weint, regnet es
auch." Mit dieser verblüffenden Logik leitete Thomas zum Song
"Smile"
über. Ein Song, mit einer undefinierbaren Magie, den auch wir
immer wieder sehr gern hören und egal was ist oder was kommt...
lachen wir einfach!!!
Nun folgte ein weiterer Song der uns nur zu gut bekannt war, nämlich
"Is this love" aus dem
wunderbaren Album "Songs forever". Es ist ein toller
Titel, welcher ganz wunderbar zu dieser Formation passte.
Den nächsten Song hatte Thomas zum
ersten mal von der Sängerin Jonny Mitchell gehört. Es war der
Song "Both sides now". "Was mich bei dem Text
unglaublich berührt hatte, war diese Sichtweise wie sich das
Leben verändert."
Tja, aber an dieser Stelle
sollten wir erstmal nicht viel mehr über dieses Lied erfahren,
denn eine kleine Kindergruppe im Hintergrund hatte beschlossen,
die Unterhaltung der Fans zu übernehmen, woraufhin Thomas
erst einmal eingreifen musste: "Schnuffis, ihr kleinen
Schnuffis da hinten… Ihr erzählt aber ganz
schön…jaaaa, ohhh, mhhh, jaaa. Ich weiß, auch als junger Fan hat
man es schwer. Das Leben ist wirklich gepflastert mit Problemen..... Jaaa, wenn man den Mund halten muss."
Mit Blick auf Achim gab Thomas den kleinen Zwergen
noch den dezenten Hinweis, dass der Mann am Flügel jetzt gerne Klavier spielen
würde. Und zu Achim meinte er grinsend:
"Also pass auf Achim, wenn von hinten jemand kommt… es ist keine
Frau, es ist der Kleine.
Nun kam Thomas endlich dazu seinen Song zu präsentieren.
Danach
folgte wieder ein kurzer, aber sehr schöner Song - "What matter
most".