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International Fanday am 13. Januar 2010

- Ein etwas anderes Konzert -

 

Pünktlich um 19 Uhr fanden sich alle wieder im Saal der Kulturfabrik ein. Thomas betrat die Bühne und begrüßte uns erneut. "Im letzten Jahr hatten wir wirklich eine grandiose, hervorragende und wunderbare Show! Für dieses Jahr habe ich mir etwas ganz anderes überlegt und zwar eine ganz kleine Besetzung, etwas sehr intimes. Ein intimes kleines Konzert."

Schon in der Einladung zum "International Fanday" hatte Thomas ein etwas anderes Konzert angekündigt und der Flügel auf der Bühne war ein weiteres Indiz dafür. Spätestens als Achim, Wolfgang und Bruce die Bühne betraten, konnten wir uns ganz sicher sein, dass uns ein musikalischer "Leckerbissen" der besonderen Art erwarten würde.

Doch Thomas heizte unsere Gedanken noch ein bisschen mehr an: "Jetzt überlegt euch mal... Wir können unsere Fantasie spielen lassen... wir sind vielleicht irgendwo in London, in Paris oder in New York in einer kleinen Bar oder wir sind in Koblenz in einem ganz alten Fabrikgebäude... sind sehr intim, also sehr nah zueinander. Oft werde ich gefragt: Welche Songs hörst du privat zu Hause? Und dieses Programm besteht aus Titeln, die ich bei mir zu Hause höre!"

Wir konnten uns also auf Titel freuen, welche Thomas extra für diesen Abend ausgesucht hatte, die er persönlich sehr mag und gerne hört. Die Vorstellung gefiel uns außerordentlich gut und unsere Vorfreude bekam noch einen weiteren Schub!

Nun erzählte uns Thomas, dass er in dieser Besetzung, wie an diesem Abend, noch nie aufgetreten sei… nur mit einem Pianisten, mit einem Schlagzeuger und mit einem Kontrabass. Auch war das komplette Programm ist für ihn ganz besonders und es lag ihm einfach am Herzen, da es aus dem Leben gegriffen ist. "Es sind Titel mit sehr viel Tiefe und mit sehr viel Inhalt. Wir wissen alle nicht was jeden Tag passiert und wissen nicht wie unser Leben läuft. Aber... und das ist das Tolle... es geht immer weiter."

Thomas begann den Abend mit dem Titel "Here's to life", einem lebensbejahenden Song, der uns sagen sollte, dass es nach allen Problemen immer weiter geht und das Leben trotz allem schön ist. Schon während des Songs stellte er Achim Brochhausen vor, der seinen gewohnten Platz am Flügel eingenommen hatte und Thomas mal wieder virtuos begleitete.
"Das war der schwierigste Song des heutigen Abends, aber ich finde einfach, dass er passt. Das Leben kann unglaublich schön und wundervoll sein."

Beim nächsten Song verweigerte Thomas die Ansage, denn "Blackbird" war ja nun wirklich allen aus dem Album "Universe" bekannt. Es ist manchmal echt überraschend, welche Titel man so alles erfolgreich in ein jazziges, barmäßiges Gewand verpacken kann. Dieser passte 100%ig und klangt so richtig toll.

Schon jetzt gab es im Publikum keinerlei Sitzordnung mehr. Irgendwie schienen Thomas und die Bühne unglaubliche Anziehungskräfte zu entwickeln. Jedenfalls nahmen einige Fans Thomas' Ansage vom "nah zueinander sein" sehr wörtlich. Während am Bühnenrand erst nur Fotos gemacht wurden, saßen ganz hartnäckige Leute den Fans in der ersten Reihe später fast auf den Füßen ;-) !

Nun folgte ein Song, der nicht nur einer von Thomas' Lieblingstiteln, sondern auch die Titelmusik von einem Film mit Barbara Streisand und Robert Redford aus den 70-er Jahren ist. "The way we where" ist ein wunderschöner Song, der im Grunde unsere Erinnerungen beschreibt. Thomas erzählte dazu:
"Erinnerungen, die wir jedes Mal haben, wo wir einfach sagen: Es war doch früher alles viel schöner. Und die Frage ist: Liegt es daran, je älter wir werden, vergessen wir die schlechten Sachen? In diesem Song gibt es eine wunderschöne Stelle, die heißt „Erinnerungen in den Ecken unseres Gedächtnisses“.

Zum Teil hörten wir sehr kurze Songs, ungewöhnlich, aber sie waren wunderschön. Thomas erzählte, dass sie seit Oktober an diesem Programm gearbeitet hatten und sich bei den Proben immer gefragt haben, woher es kommt, dass es solche Titel nicht mehr gibt. Er erklärte uns, dass das heutzutage einfach damit zusammen hängt, dass alles dem Radioformat entsprechen muss. Ein Song sollte also mindestens 3 Minuten und nicht länger als 4:20 sein und zusätzlich sollte er noch einen chronologischen Aufbau haben.


"Für Musiker ist das immer sehr schade, weil Titel in 2 ½ Minuten viel mehr ausdrücken und nach über 4 Minuten oft einfach langweilig werden."
Thomas kündigte an, dass wir einige davon in seinem Programm wieder finden würden.

Vor dem nächsten Song musste Thomas erst mal wieder GANZ DEZENT auf seine Bedürfnisse aufmerksam machen: "Eins muss ich sagen... dieser Tisch steht hier WUNDERSCHÖN. Aber hier fehlt eine Dekoration! Die Platte ist auch GROß GENUG, um eine Deko hinzustellen!!! Das war ein dezenter Hinweis an die Gastronomie. Ein kleines bescheidenes Wässerchen oder etwas mit Farbe drin... könnte mir gefallen! Kommt bestimmt gleich ;-) !

Mit der Feststellung, dass man eigentlich viel zu selten DANKE zueinander sagt und vieles im Leben als selbstverständlich hinnimmt, stimmte Thomas auf den wunderschönen Song "Have I told you lately" ein. Während alle noch ganz verzückt zuhören, bekam Thomas endlich seine angeforderte "Deko".

Als er uns von seinem nächsten Song aus dem Film "Tootsie" erzählte, unterbrach ihn mittendrin ein lautes Brummen durch Übersteuerung. Worauf Thomas ganz trocken reagierte: "Ja, die Klimaumstellung... Wir sind sehr nah an der Nordsee! Das kriegen wir aber noch geregelt. Kriegen wir das nicht nur geregelt, sondern auch weg??? Ja, so fing Tootsie damals an... :-)" Lautes Gelächter aus dem Publikum, aber lange genug, dass die Techniker das Problem schon wieder im Griff hatten, als endlich Ruhe eingekehrt war.

Achim, Bruce und Wolfgang begannen wieder zu spielen und Thomas setzte mit seinem Gesang ein. Doch plötzlich fragte er dazwischen: "Was bin ich, was haben wir? Du hast ein falsches Programm! Das war das von gestern. Wir sind aber heute beim heute! Das ist doch wunderbar! Das ist live! Das passiert auch in Bars in London, New York, Paris und auch in der Kulturfabrik in Koblenz... Hm Schnuffi... Jetzt warte doch mal! Ich war jetzt so überrascht, dass ihr es richtig gespielt habt..... Ich muss doch der Schreck für alle Musiker sein! Der Musiker spielt einen anderen Song und ich gehe gnadenlos mit meinem Text durch, egal ob es stimmt oder nicht. Also ihr wisst, ihr müsst euch mir anpassen. Ja? Und wenn es schlecht klingt, waren es immer die Musiker. Ach, ich bedaure euch!!!!

Nachdem Thomas gedanklich wieder von (O-Ton) "konfuzius" auf sein Programm umgeschaltet hatte, erklangen die wunderschönen Titel "You don't bring me flowers" und "It might be you". Nun folgte wieder der Beweis, dass man (fast) jeden Titel mit dem bestimmten Können in ein anderes Soundgewand verfrachten kann. Die "etwas andere" Version von "Cheri Cheri Lady" ist wohl mittlerweile jedem Fan ähnlich bekannt wie das Original.

"Das Leben… ich habe gesagt, dass dieses Programm sehr viel vom Leben erzählt und wir immer positiv weitersehen müssen. Wolfgang, du hattest gestern einen ganz guten Spruch gebracht. Wie war das noch mal mit dem Regen?  Karl Valentin meinte einmal: "Wenn es regnet lacht er, denn wenn er weint, regnet es auch." Mit dieser verblüffenden Logik leitete Thomas zum Song "Smile" über. Ein Song, mit einer undefinierbaren Magie, den auch wir immer wieder sehr gern hören und egal was ist oder was kommt... lachen wir einfach!!!

Nun folgte ein weiterer Song der uns nur zu gut bekannt war, nämlich "Is this love" aus dem wunderbaren Album "Songs forever". Es ist ein toller Titel, welcher ganz wunderbar zu dieser Formation passte.


Den nächsten Song hatte Thomas zum ersten mal von der Sängerin Jonny Mitchell gehört. Es war der Song "Both sides now". "Was mich bei dem Text unglaublich berührt hatte, war diese Sichtweise wie sich das Leben verändert."

Tja, aber an dieser Stelle sollten wir erstmal nicht viel mehr über dieses Lied erfahren, denn eine kleine Kindergruppe im Hintergrund hatte beschlossen, die Unterhaltung der Fans zu übernehmen, woraufhin Thomas erst einmal eingreifen musste: "Schnuffis, ihr kleinen Schnuffis da hinten… Ihr erzählt aber ganz schön…jaaaa, ohhh, mhhh, jaaa. Ich weiß, auch als junger Fan hat man es schwer. Das Leben ist wirklich gepflastert mit Problemen..... Jaaa, wenn man den Mund halten muss." Mit Blick auf Achim gab Thomas den kleinen Zwergen noch den dezenten Hinweis, dass der Mann am Flügel jetzt gerne Klavier spielen würde. Und zu Achim meinte er grinsend: "Also pass auf Achim, wenn von hinten jemand kommt… es ist keine Frau, es ist der Kleine. Nun kam Thomas endlich dazu seinen Song zu präsentieren. Danach folgte wieder ein kurzer, aber sehr schöner Song - "What matter most".


 

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