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                  TA-Party 2007 - Meikes unglaublicher Hauptgewinn


                                   

Als die Losnummer ertönte, bekam ich erst einmal einen ausgewachsenen Schrecken und brauchte einen Augenblick, um das Geschehene zu realisieren, da ich mich kurz zuvor noch einigermaßen bequem zurückgelehnt und in – wie sich herausstellen sollte trügerischer – Sicherheit gewogen hatte. 

Eine Freundin von mir, die direkt vor der Bühne saß, hatte mir nämlich nachdrücklich versichert, die mittlere Ziffer sei auf jeden Fall eine 7. Die anderen beiden Ziffern – das konnte ich auch von meinem Platz aus recht gut erkennen – hatten zugegebenermaßen eine verblüffende Ähnlichkeit mit denen auf meinem Los ... Aber da knapp daneben auch vorbei ist und bei mir eindeutig eine 2 in der Mitte stand, war mein Adrenalinspiegel wieder auf dem Weg, sich zu normalisieren. Ab und zu riskierte ich allerdings doch noch den einen oder anderen vorsichtigen Blick und wurde zunehmend nervös, weil sich die angebliche 7 von meiner 2 doch nicht so wahnsinnig unterschied. Trotzdem konnte ich mir in diesem Stadium noch einigermaßen cool und lässig solch´ ketzerische (und nicht ganz ernst gemeinte) Gedanken machen wie: „Möchte ich das wirklich gewinnen?“ etc. Ich war noch nicht ganz fertig mit nachdenken, da hatte ich es auch schon gewonnen. Da das ja eigentlich nicht sein konnte, kam von mir erst einmal gar keine Reaktion, während meine Freundinnen bereits in Begeisterungsstürme ausbrachen und ich – nur so halb realisierend, was vor sich ging – gerade noch mitbekam, wie mein Arm hochgerissen wurde und mindestens 2 Stimmen an meiner Stelle laut und durchdringend „Hier!“ brüllten. Ich überlegte eine Sekunde lang, ob ich noch schnell die Chance ergreifen sollte, meiner Nachbarin das Los zuzustecken oder mich in Luft aufzulösen, aber schließlich musste ich mich der Übermacht beugen und mich mit leicht zitternden Knien (und Dollarzeichen in den Augen ;-)) in Richtung Bühne in Bewegung setzen. Was dann folgte, war eine kleine Fotosession „für die Galerie“, bei der wirklich lustige Fotos entstanden sind. Guido hatte zu mir gesagt: „Jetzt machen wir uns mal kurz zum Horst.“ und mir erklärt, ich solle mich so hinter das Bild begeben, dass nachher von Thomas, ihm und mir nur die Köpfe zu sehen sind. Ich habe seine Anweisung (tendenziell überkorrekt, wie man auf den Fotos beim Vergleich mit Thomas und Guido sieht) befolgt und brav in die Kameras gegrinst, während ein paar Leute, die ich seitdem nicht mehr zu meinem Freundeskreis zähle ;-), anfingen, lautstark meinen Namen zu skandieren.

Was die bei dieser Aktion entstandenen Fotos angeht, hat sich mein Freundeskreis zu der beinahe einheitlichen Meinung durchgerungen, ich sähe neben Thomas und Guido aus wie eine Dreijährige – aber immerhin wie eine glückliche Dreijährige … Na dann … :-)

Thomas fragte, nachdem er zuvor die Bildrückseite mit einer Widmung versehen hatte, noch schmunzelnd: „Du bist doch hoffentlich nicht mit dem Fahrrad gekommen?“, was ich in einem – zusammenhängenden – Satz („Nein, mit der Bahn.“) beantwortete.

In der Folgezeit gratulierte mir ständig irgendjemand (selbst auf dem WC) – und das alles, bevor sich für mich überhaupt die Gelegenheit ergeben hatte, das Bild in Ruhe auf mich wirken zu lassen. Das war erst am Abend im Hotel möglich; von dem Moment an wusste ich meinen Gewinn dann noch wesentlich mehr zu schätzen, mit der Folge, dass ich des Nachts phasenweise wachlag und bei jedem verdächtigen Geräusch zusammenzuckte, weil ich davon überzeugt war, bestimmt würde mindestens das halbe Hotel versuchen, in unser Zimmer einzubrechen :-). Umso schwieriger gestaltete sich dann naturgemäß die Rückreise, auf der mich zum Glück meine beste Freundin begleitete, so dass wir abwechselnd Wache schieben und das gute Stück hochnehmen konnten, wenn jemand mit einem allzu breiten Koffer vorbei wollte, der schon in der Annäherung wie ein potentiell Unwissender aussah, der sich eher rücksichtslos gegenüber ideell und materiell wertvollen Kunstwerken verhalten könnte. Zumindest kann man nicht behaupten, dass wir mit dem Bild nicht aufgefallen wären, denn das größtenteils durchsichtige Packmaterial (bubble wrap), das mir dankenswerterweise in der KUFA überlassen worden war, sorgte dafür, dass sich auch andere Menschen an dem Anblick von Thomas erfreuen konnten.

Beinahe wider Erwarten kam das Bild schließlich wohlbehalten in Bielefeld an, wo es allerdings nur zwischengelagert wird, da wir auf unseren Kleiderschrank verzichten müssten, um es aufhängen zu können. Anfang Februar wird es mit dem Auto bis an die Nordseeküste transportiert werden, wo es in meinem Zimmer eine weiße Wand hinter einer schwarzen Ledergarnitur zieren soll (Als Eintrittspreis sind 5 € geplant ;-)). Bleibt also nur zu hoffen, dass die Deiche auch den nächsten größeren Sturmfluten trotzen werden, damit ich mir nicht ständig Gedanken über einen sicheren Platz im Landesinneren machen muss. 

Übrigens gefällt mir die rote Ausgabe ausgesprochen gut (auch wenn sonst Blau meine Lieblingsfarbe ist); das Rot erinnert mich an die Atmosphäre in der Lounge im Hamburger „Stage Club“ und damit an eine unter die Haut gehende eindrucksvolle Live-Performance. 

Solltest Du, lieber Thomas, allerdings jemals Sehnsucht nach der roten Variante dieses schönen Motivs haben, bist Du jederzeit herzlich eingeladen, zum Kaffee vorbeizukommen und einen oder auch zwei Blicke darauf zu werfen :-)!
 

                                                   © Text: Meike A. Wittneben / Fotos: ThomasAnders-Online



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