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Madeleine
Wehle:
Dieser Song leitet eine Folge von wundervollen Titeln ein,
welche alle auf deinem 20. Album zu finden sind. Du schreibst in dem CD-Booklet,
dass das dein persönlichstes Album sei aber keiner dieser Titel ist
auch von dir geschrieben? Was ist daran so
persönlich?
Thomas:
Ich glaube dieses ganze Konzept ist sehr persönlich. Es ist ein
Album, dass Titel der 80er Jahre beinhaltet, also
Coverversionen, die ich neu interpretiere in einer, so wie wir
es gerade gehört haben, Lounge,- Jazz,- bzw. Chanson-Version.
Eben alles
sehr kuschelig.
Madeleine
Wehle:
...und dann wahrscheinlich so: "Ich erinnere mich, hörst
du, dass war unser Lied... oder da hat man zum ersten mal DAS oder
JENES gemacht." Sind das so Erinnerungen...?
Thomas:
Was ist denn
bei dir DAS und was ist bei dir JENES *gg*?
Madeleine
Wehle:
Na
so, wie halt eben bei uns allen... ich weiß zwar nicht mehr, was da
für 'ne Musik lief aber vielleicht du?
Thomas:
Die 80er Jahre haben mich natürlich sehr beeinflusst, zum
Einen bezüglich meiner Karriere und zum Anderen hatte ich auch meine Jugend in
den 80ern. Es gab damals immer wieder Titel, die ich selber
gerne gesungen bzw. interpretiert hätte. Ich hab mir einige,
für mich Perlen, heraus gesucht z.B. "True", "For your eyes only"
oder "You're my heart, you're my soul" (auch das ist
für mich eine Perle der
80er). Es sind alles tolle Songs, die ich einfach ganz neu
interpretiert habe. Dieses Album, dieses Konzept hat mich 1
1/2 Jahre Arbeit gekostet, die ich sehr gerne gemacht habe, und
deshalb ist es auch sehr persönlich.
Madeleine
Wehle:
Ich ahne... du willst sie nicht alle hier auch noch live
singen, oder?
Thomas:
Also, ich kann jetzt jede Woche mal herkommen und
einen Song davon singen.
Madeleine
Wehle:
Pass
bloß auf, was du sagst, denn sonst
nageln wir dich daraufhin fest.
Thomas:
Die arme Redaktion, die kriegt
einen Herzinfarkt.
Madeleine
Wehle:
Thomas, in der letzten Woche hatten wir Ralf Siegel zu Gast und
haben natürlich auch über den Grand Prix gesprochen. Er startet
dort ja mit
seiner Truppe für die Schweiz. Tja, Texas Lightning... was denkst du, haben
Deutsche mit 'nem Cowboyhut eine Chance in Athen?
Thomas:
Das hängt nicht damit zusammen, ob die Deutschen einen Cowboyhut
anhaben, wenn Finnen mit Horrormasken kommen und sich Chancen
ausrechnen. Ich glaube wir müssen diesen ganzen Eurovision Song
Contest ganz neu aufrollen.
Madeleine
Wehle:
Jetzt aber mal ganz persönlich und privat: Das was bei dir im Ohr klingt
- ist Texas Lightning Favorit von
dir oder eher nicht so?
Thomas: Gut,
ich glaube man muss unterscheiden: Favorit, dass würde die
ersten drei Plätze bedeuten. Da bin ich sehr vorsichtig,
obwohl ich alle unheimlich mag und den Song auch toll finde, nur
beim Eurovision Song Contest gelten andere Gesetze. Man muss sich das so vorstellen:
Menschen, die in Portugal leben stimmen genauso
ab, wie die die irgendwo im Uralgebirge leben. Diese
Geschmäcker, diese Kulturen, diese verschiedenen
Musikeinstellungen unter einen Hut zu kriegen, dass ist sehr
schwer. Deshalb finde ich, dass wir alle Texas Lightning die Daumen
drücken sollten, damit wir für Deutschland einen guten Platz
hinkriegen. Es ist eine locker, leichte Popnummer und wenn morgen Abend bei gewissen Damen die Bluse
nicht aufspringt und wenn die Horrormasken auch nicht Überhand
gewinnen... Ich meine es geht um Musik, dass muss man wirklich
ganz fairer Weise sagen. Wir haben einen Song Contest, nicht wer hat die dicksten
Brüste und den kürzesten Minirock. In welcher Welt leben wir
eigentlich.
Madeleine
Wehle:
Wir genießen morgen einfach die Party, auf welcher man dich
auch ab 0.00 Uhr hören und sehen wird. Dein kleiner
Sohn, Alexander, demnächst 4 Jahre... Was musst du ihm denn
immer so vorsingen? Kommst du auch dazu ihn ab und an in den Schlaf
zu singen?
Thomas:
Der lässt sich doch nicht in den Schlaf singen, ich muss eine
Geschichte vorlesen. In den Schlaf singen, mache ich
nicht.
Madeleine
Wehle:
Er will dich nicht hören??? ...ups, Entschuldigung ;-) ... die
Geschmäcker sind verschieden...
Thomas:
Nein er hört im Auto...(guckt ganz skeptisch)... OK, dass macht
einen Auftritt weniger in der Schaubude!!! Er mag gerne, dass ich
ihm was vorlese und er möchte im Auto immer "Songs that
life forever" hören. Er sagt immer: "Papa, mach
noch mal deinen Song." Ich sag, ich hab viele, welchen Song
magst du denn? Dann sagt er: "Den letzten." Also OK,
dass ist dann "Songs that life forever" und er
versucht halt eben mitzusingen und das findet er ganz
großartig. Aber er hat auch seine Kinder-CD's und und und... tolle
Zeit.
Madeleine
Wehle:
Als er so auf die Welt purzelte, der kleine Alexander....
Thomas:
Der kam ganz normal zur Welt, der ist nicht gepurzelt... ;-)
Madeleine
Wehle:
... Vater sein war für
dich erst mal ein bisschen "NA JA", so richtig kamst
du da im ersten Moment nicht ran, oder?
Thomas:
Doch, aber es ist folgendes: Ich habe irgendwann mal gesagt und
da stehe ich auch zu, wenn man Vater wird, denkt man nicht von der ersten
Sekunde an: "Mein Gott, ich hab nur noch dieses
Kind." Wir müssen da rein wachsen. Die Frau hat irgendwie 9
Monate Zeit und das ist ja auch eine hormonelle Geschichte. Nur als
Mann denkt man: "Oh Gott, hoffentlich lass ich ihn nicht fallen,
hoffentlich drücke ich ihm nichts kaputt, wie halte ich denn
die Flasche richtig..."
Madeleine
Wehle:
Hast du nach 9 Monaten dann auch das Gefühl dafür
bekommen?
Thomas:
Bei mir fing es so nach 8-9 Monaten an, wenn man schon etwas
zurück bekommt. Als der Kleine anfing zu krabbeln und auch
guckte und man wusste: Aha, den kann man auch anfassen, der
zerbricht nicht sofort. Ich glaube das ist von der Natur einfach
richtig gemacht, dass die Mutter zuerst da sein sollte und der
Vater macht den Abwasch ;-)
Madeleine
Wehle:
Na gut. Wir sind nicht dazu gekommen und ich will von dir nur
ein JA oder NEIN hören. Ich weiß, du bist ein sensationeller
Koch und dein Lamm in Rotweinsoße ist legendär. Kochst du bei
uns?
Thomas:
Wenn du das möchtest.
Madeleine
Wehle:
Also JA... Thomas Anders kocht
in der Schaubude ...demnächst! Vielen Dank aber erst mal fürs
Singen.
Thomas:
Dankeschön...Nun
waren die knapp 45 Minuten leider auch schon wieder vorbei. Wir haben einen sehr ausgeglichenen, witzigen und
überaus sympathisch wirkenden Thomas erleben können. Beeindruckend war
auf jeden Fall die Live-Performance von "Songs that live
forever". Man konnte sehen, dass Thomas und Achim musikalisch einfach perfekt harmonieren, denn diese Version des
Songs war schon wirklich außergewöhnlich. Auftritte dieser Art darf
bzw. sollte es in nächster Zeit ruhig öfter geben!!!
Wir selber
fuhren zurück in die Innenstadt und ließen den Abend im bunten
Treiben an der Alster ausklingen. Dort gab es ein wunderschönes
Feuerwerk, denn Hamburg feierte sowohl das alljährliche
Kirschblütenfest, als auch die Neueröffnung der exklusiven
Shoppingmeile "Jungfernstieg". Todmüde
fielen wir mitten in der Nacht ins Bett und freuten uns schon auf
den Abend, denn dann sollte es zur legendären Grand Prix Party in
den Delphi Showpalast gehen.....
© Fotos: NDR/Uwe Ernst und Medienfoto M.Homann
Wir bedanken uns recht herzlich für die
freundliche Unterstützung
© Text: Yvette Graßmann und Astrid Nast
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